basenfasten Blog von Sabine Wacker

Das können Sie auch: Ziehen Sie Ihre Vitamine selbst

Am 01.03.2012 von

Frische Keimlinge aus den verschiedensten Samen sind die vitalstoffreichsten Lebensmittel überhaupt. Besonders jetzt – im ausklingenden Winter, wenn wir auf lagerfähige Wintergemüse und Obst aus fernen Ländern zurückgreifen, steht es um die Vitalstoffversorgung nicht immer zum Besten. Mein Tipp: Gründen Sie Ihre eigene Vitaminfabrik auf der Fensterbank und Sie müssen sich um Ihre Vitalstoffversorgung keine Gedanken mehr machen. Und: Billiger geht es nicht.

Es gilt: täglich frische Keimlinge über den Salat!

Denken Sie, es ist dasselbe, wenn Sie Sonnenblumen oder Sonnenblumenkeimlinge verzehren? Falsch gedacht. Der Sonnenblumenkern ist wie alle Samen die ruhende Form einer Pflanze. Enzyme und Vitamine müssen erst noch aufgebaut und aktiviert werden. Wenn Sie den Kern in Erde setzen oder in einem Keimglas zum keimen bringen, dann wird der Wachstumsprozess der Pflanze angeregt. Und im frühen Stadium, also, wenn die ersten Sprossen aus dem Samen wachsen, stellt der Keimling eine geballte Vitalstoffladung dar. Wenn später die Pflanze wächst und sich ausdifferenziert in Stil, Blätter und Blüten, dann konzentrieren sich jeweils bestimmte Nährstoffe in den Pflanzenteilen – so enthalten die Blüten der Zucchini besonders viele hormonähnlich wirkende Flavone (gelbe Farbstoffe), die blauen Trauben besonders viele Gefäß schützende Blaufarbstoffe (OPC). Im Keimling aber ist die ganze Kraft der Pflanze drin – eine natürliche Vitamintablette also. Auch die Keimlinge aus Getreide sind Basen bildend und enthalten viele lebenswichtigen Vitalstoffe.

Sogar Vitamin B12, das angeblich nur in Fleisch enthalten ist, kommt in vielen Keimlingen in ausreichenden Mengen vor: Linsen, Mungobohnen und Alfalfa (Luzerne), Weizengras.

Keimlinge, die besonders Vitamin-C-haltig sind, sind: Alfalfakeimlinge und Kresse.

Keimlinge gibt es auch in vielen Naturkostläden, auf Wochenmärkten und auch in Supermärkten zu kaufen. Doch Vorsicht: Achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum und schauen Sie sich die Keimlinge ganz genau an – am besten riechen Sie daran. Finger weg, wenn der Geruch leicht muffig ist! Es muss frisch und appetitlich riechen!

So funktioniert die Aufzucht von Keimlingen

Es ist ganz einfach, Keimlinge selbst zu ziehen und Sie benötigen eigentlich nur ein Sprossenglas, Wasser  und Samen. Der Keimvorgang besteht aus: Einweichphase, etwa 3 Spül- und Abtropftagen und aus der Lagerphase. Nehmen Sie ein Sprossenglas und weichen Sie 3 bis 4 Esslöffel Samen einige Stunden in Wasser ein. Lassen Sie das Wasser abfließen und spülen Sie die Samen noch einmal durch. Schrauben Sie das Glas zu und stellen Sie das Glas auf den Kopf, so dass alles Restwasser abfließen kann. Sie können das Glas in die Geschirrablage der Spüle stellen, es gibt aber auch sehr schicke Abtropfvorrichtungen aus Ton (www.eschenfelder.de), die am Fenster sehr dekorativ aussehen. Nun werden die Samen täglich einmal durchgespült. Wichtig ist, dass sie immer auf dem Kopf stehen, damit alles Wasser wieder abfließen kann. Bereits nach ein bis zwei Tagen sind die ersten Minisprossen zu erkennen. Nach 3 Tagen sind die meisten Samen gekeimt – je nach Samenart und verzehrfertig. Nach weiteren zwei Tagen sind die Keime etwa 2 bis 3 cm lang und „fertig“. Sie können das Glas, nachdem alles Wasser abgetropft ist, nun in den Kühlschrank stellen. Die Keimlinge sind dort gut eine Woche haltbar.

Was ist zum Keimen geeignet?

Eigentlich jeder Samen, der eine essbare Pflanze hervorbringt. Für AnfängerInnen gilt: Nehmen Sie erst einmal die großen, leicht zu keimenden Samen: Sonnenblumenkerne, Linsen, Kichererbsen. Auf diese Weise ist Ihnen der Keimerfolg sicher. Kleine Samen und schleimende Samen erfordern etwas Erfahrung.

Generell geeignet sind:

Alfalfa (Luzerne), Amarant, Bockshornklee, Braunhirse, Brokkoli, Buchweizen, Dinkel, Erbsen (Erbsenspargel), Fenchelsamen, Gerste, Hafer, Hirse, Kichererbsen, Koriandersamen, Kresse, Leinsamen, Linsen, Mungobohnen, Radieschen, Reis, Rettich, Rosabi (Kohlrabiart), Rothklee, Rukola, Sesam, ungeschält, Senf, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne, Weizen, Zwiebelsamen

Bunter Sprossensalat (F,S,H,W)

Zubereitungszeit: wenige Minuten

Zutaten für 2 Personen: Sprossenmix aus Radieschen, roter Melde, roter Kohlrabi, Kresse und Weißkohl (gibt es zum Selbstziehen in größeren Gärtnereien und bei Versandgärtnereien) – wahlweise können Sie auch andere Sprossenmischungen nehmen, die gerade auf dem Wochenmarkt erhältlich sind.

Außerdem: Eine Schalotte, 2 Esslöffel Distelöl, 1 Karotte, etwas Schnittlauch, weißer Pfeffer, Kräutersalz, Saft einer halben Zitrone.

Zubereitung: aus dem Öl, dem Zitronensaft und den Gewürzen ein Dressing zubereiten. Die Zwiebel sehr fein hacken und zu dem Dressing geben. Die Karotte waschen, schälen und klein raspeln. Die Sprossen kurz abwaschen und mit der Karotten und dem Dressing vermischen.

Dieser Salat ist besonders basisch und vitaminreich.

Guten Appetit!