Calcium als Nahrungsergänzung – pro und contra

Am 20. April 2022 von

Calcium ist eines der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland (https://www.lebensmittelverband.de). Das liegt vermutlich daran, dass es dafür bekannt ist, unsere Knochen zu festigen und die Nerven zu stärken. Darüber hinaus wird es gerne genutzt, um den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren, denn Calcium ist ein basisch wirkender Mineralstoff. Grund genug also für uns, die beliebtesten Hauptwirkungen von Calcium näher zu beleuchten und der Frage auf den Grund zu gehen, ob es Calcium wirklich als Zusatzpille braucht oder ob es auch ganz natürlich für die gewünschten Effekte ausreicht.

Calcium

Calcium – stärkend für Knochen und Zähne

Wie eingangs erwähnt ist Calcium vor allem für die Knochen- und Zahngesundheit wichtig. Der Mineralstoff dient für unser inneres Gerüst als Bau- und Stabilisationsmaterial. Gut 99 % unseres Körpercalciums befindet sich in unserem Skelett und in den Zähnen – umgerechnet sind das ca. 1,2 Kilo bei einer erwachsenen Person. Wenn es zu einem Mangel durch Fehlernährung oder durch einen erhöhten Verbrauch von Calcium im Körper kommt – z. B. um den Säure-Basen-Haushalt bei einer starken Säurelast im Geweben auszugleichen – laufen wir Gefahr, dass die Knochen instabil, weich oder brüchig werden. Das liegt daran, dass der Körper sehr engmaschig den Calcium-Spiegel in den Zellen und im Blut misst. Bei einer zu geringen Calcium-Konzentration im Blut setzt der Körper Parathormon aus den Nebenschilddrüsen frei. Dieses Hormon stimuliert die Knochen zur Freisetzung von Calcium. Außerdem fördert es die Aufnahme von Calcium im Darm und senkt die Ausscheidung des Mineralstoffs in den Nieren. Alles, um den Calcium-Spiegel im Blut wieder nach oben zu bekommen. Läuft dieser Prozess allerdings vermehrt ab, so kann es im schlimmsten Fall zu einer Osteoporose kommen. Bei dieser Erkrankung wird mehr Knochensubstanz abgebaut als aufgebaut – die Folge sind brüchige Knochen. Und auch die Zähne werden bei einem länger anhaltenden Calciummangel entkalkt und somit weicher und anfälliger für z. B. Karies. Der hormonelle Gegenspieler vom Parathormon ist übrigens Calcitonin, ein Schilddrüsenhormon, welches den Knochenabbau bremst und ausgeschüttet wird, wenn der Calcium-Spiegel im Blut zu hoch ist.

Calcium – wichtig für ein gut funktionierendes Nervensystem

Damit die Reiz- und Informationsweiterleitung in unserem Nervensystem reibungslos funktioniert, ist Calcium unabdingbar. Calcium sorgt bei einem ankommenden Reiz auf eine Nervenzelle für ihre Erregbarkeit über das second-messenger-Prinzip. Second-was-genau-Prinzip?? Ein second messenger ist eine Substanz im inneren einer Zelle, deren Konzentration sich verändert als Reaktion auf ein Primärsignal von außen, welches die Zellmembran selbst nicht passieren kann. Ein second messenger wirkt damit wie ein Postbote. Trifft z. B. ein Botenstoff auf die Außenwand einer Nervenzelle und kommt nicht weiter, muss aber der Zelle eine Botschaft wie z. B. Schmerz melden, dann wirkt Calcium in seiner Funktion als in der Zelle verweilender Postbote, damit die Zelle dementsprechend die Info bekommt und reagieren bzw. die Info weiterleiten kann. Ohne diesen intrazellulären Postboten würde also die Info „Schmerz!“ bei einer Hand auf der heißen Herdplatte nicht zum Gehirn weiter geleitet werden und wir würden die Hand vermutlich nicht ruckartig wegziehen als weiteren Eigenschutz. Außerdem ist Calcium nötig, damit wichtige Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin ausgeschüttet werden können. Sprich ohne Calcium könnten unsere Neurotransmitter, welche für eine gute Stimmung, einen guten Schlaf und ein gutes Gedächtnis wichtig sind, nicht ihre Arbeit verrichten.

Calcium – wichtig für eine gute Säure-Basen-Balance

Es gibt basisch wirkende Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Natrium. Sie sind wichtig für unseren Körper, damit er die unterschiedlichen physiologischen pH-Werte im Körper halten und ausgleichen kann. Eine gute Säure-Basen-Balance ist einer der Grundpfeiler für einen gut funktionierenden Organismus, denn Zellen, Gewebsflüssigkeiten, Blut usw. sind darauf angewiesen, dass sie selbst oder ihr Milieu einen passenden pH-Wert aufweisen. Der Magen z. B. kann nur gut verdauen, wenn seine Magensäure einen pH-Wert von 1-3, also sehr sauer, hat. Das Blut wiederum braucht einen pH-Wert von 7,36-7,45 damit es zu keinen Stoffwechsel-Entgleisungen kommt. Der Körper hat ein ausgeklügeltes Puffersystem, mit welchem er vor allem über das Blut, die Atmung und die Nierenfunktion den Säure-Basen-Haushalt dementsprechend überall in Balance hält. Doch Stress, säuernde Ernährung, Bewegungsmangel, Umweltgifte und vieles mehr belasten unseren Körper auf Kosten der Basen. Werden diese nicht ausreichend zugeführt, kann es zu einer latenten Übersäuerung mit gesundheitlichen Folgen kommen, wie es z. B. bei den Knochen wie oben erwähnt der Fall sein kann.

Calcium – als Nahrungsergänzung sinnvoll?

nahrungsergänzungsmittel

Und hier kommt die Idee ins Spiel, Calcium als basisches Mineral, über Pillen und Pulver zu ergänzen, um den Knochen, den Nerven und dem Säure-Basen-Haushalt etwas Gutes zu tun. Was spricht dafür und was dagegen?

PRO

Bei einem ausgeprägten Mangel an Calcium ist eine Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel sicherlich sinnvoll, sollte aber nie auf eigene Faust gemacht werden, sondern von einem Arzt oder Therapeuten betreut werden. Denn es kommt dann auf die richtige Dosierung an und sollte nicht leichtfertig nach dem Motto „viel hilft viel“ eingenommen werden.

CONTRA

  • Eine zu hohe Calciumzufuhr kann zu vielerlei Beschwerden führen:
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Verstopfung
  • Magengeschwür
  • Häufiges Wasserlassen
  • Nierensteine

Gesunden Menschen wird daher geraten, über eine gesunde und ausgewogene Ernährung den Calcium-Bedarf zu decken, denn natürlich schmeckt es am besten und kommt auch mit jeder Menge guten anderen Vitalstoffen daher. Die Natur hat es nämlich nicht ohne Grund so eingerichtet, dass z. B. calciumreiche Lebensmittel wie Brokkoli, Grünkohl oder Mandeln mit einer Extraportion Magnesium ausgestattet sind. Das liegt daran, dass viele Körperfunktionen wie etwa Muskelaktivität beide Mineralstoffe benötigt, da bringt es nicht viel, haufenweise Calcium zu essen und dabei Magnesium zu vergessen, denn eins allein kann nichts bezwecken, um den Muskel zu erwecken.

Der Tagesbedarf an Calcium liegt bei einem gesunden Erwachsenen bei 1.000 mg. Dieser kann selbst beim basenfasten gut erreicht werden und eine ausgewogene basenreiche Kost im Alltag, mit ein paar „sauren“ Calciumlieferanten wie Milchprodukte sichern den Calciumbedarf – ganz ohne Nahrungsergänzung.

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit meiner Co-Autorin der Bücher „Basenfasten zum Abnehmen“, „Schön durch basenfasten“ und unserer basenfasten Ausbilderin Martina Huber entstanden.

Foto Nahrungsergänzungsmittel: Canva von Irina_Timokhina

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