Intervallfasten: ist basenfasten eine Form davon?

Am 4. September 2019 von

Intervallfasten – auch intermittierendes Fasten genannt – ist ein Teilzeitfasten, das seit Kurzem sehr im Trend ist. Was macht diese Fastenform so unglaublich beliebt?

  1. Sie wirkt in der Regel gewichtsreduzierend
  2. Sie ist extrem einfach
  3. Studien mehren sich, die positive Effekte des Intervallfastens zeigen

Es scheint, als wäre ein Traum für all die in Erfüllung gegangen, die keine Lust haben, sich mehr als nötig mit dem, was auf ihren Teller kommt zu beschäftigen.

Wie funktioniert Intervallfasten?

Das Prinzip des Intervallfastens ist, dass stunden- oder tageweise auf Nahrungsaufnahme verzichtet wird. Die verschiedenen Formen des Intervallfastens unterscheiden sich folglich darin, wie lange die Fastenintervalle sind:

  • 16:8 -16 Stunden fasten – 8 Stunden essen
  • 12:12 – 12 Stunden Fasten – 12 Stunden essen
  • 2 Tage-Diät – 2 Tage höchstens 650 kcal.
  • 5:2 Diät – 5 Tage essen – 2 Tage nur 25 % der sonst üblichen Kalorien zuführen
  • 1:1 – 1 Tag nur 25 % der sonst üblichen Kalorien zuführen – 1 Tag „normal“ essen

Die Fastenintervalle sind dabei je nach Empfehlung der Begründer der Methode meist kein reines Fasten, sondern eine reduzierte Kost. Bei der 5:2 Diät beispielweise wird eine Kalorienaufnahme von bis zu 650 kcal empfohlen.

Für die Stunden oder Tage des „Essens“ gibt es meist allgemeine Empfehlungen wie „normal Essen“. Das klingt mehr als verlockend. Das klingt nach Schlaraffenland. Für Diät- und Fastenfaule kann Intervallfasten sehr leicht sein: Man macht 12 oder 16 Stunden Pause und ernährt sich danach „normal“.

Wie oft wurde mir erzählt: Nach 16 Stunden habe ich Heißhunger und hau mir alles rein, was mir über den Weg läuft. Lustig auch ein Gespräch, das ich in einem Bistro aufgeschnappt habe: 3 Damen, schon den 2. Prosecco trinkend und rauchend, prosten sich zu und die eine sagt: „Ich mach jetzt Intervallfasten 16:8 – jetzt ist gerade 8….“

Unterschiede zwischen basenfasten und Intervallfasten 

Effekte beim Intervallfasten

  1. Kalorienreduktion
  2. Autophagie
  3. Ketoazidose

Eine kürzlich veröffentlichte Studie unter der Leitung von Frank Madero et al., die über 6 Monate gemacht wurde zeigte, dass intervallfasten zu vermehrtem Fettabbau führt (und damit auch zur Ketoazidose, die zwar entzündungshemmend wirken soll, aber auch den Körper in eine chronische Übersäuerung führt).

Der Cholesterinspiegel ist gesunken und es reduzierte sich die Menge an bestimmten Eiweißen, die mit Alterungsprozessen in Zusammenhang gebracht werden.

Es kommt wie beim Heilfasten zur „Autophagie“, eine effektive Methode des Organismus, sich selbst von abgestorbenen Zellmaterialien, Bakterienresten und anderen überflüssigen oder krankmachendem Materialien zu  befreien. Für die Entdeckung des Mechanismus der Autopaghie erhielt der japanische Wissenschaftler Joshinori Osumi 2016 den Nobelpreis für Medizin. Man kann Autophagie als Selbstregulationsprozess sehen, weit gefasst sogar als Selbstheilung. Die Autopaghie wird angeregt, wenn der Körper in einen Nährstoffmangel wie beim Fasten kommt. Wissenschaftler sind sich nicht einig, ab wievielen Stunden Fasten die Autophagie einsetzt, viele gehen davon aus, dass sie bereits ab 12 Stunden Nahrungskarenz beginnt.

Auch wenn zahlreiche Studien die Euphorie für Intervallfasten schüren, so gibt es doch auch zahlreiche Arbeiten, die sowohl die gewichtsreduzierende Effekte als auch die positiven Effekte auf den Stoffwechsel wiederlegen oder in Frage stellen. Dazu kommt, dass die meisten Studien mit Tieren gemacht wurden und Langzeitstudien nicht vorliegen. Für die beliebte 16:8-Form gibt es gerade mal Daten von 300 Menschen.

Nachteil aus meiner Sicht: Der Fokus liegt zu sehr auf den Essenspausen. Was und wieviel dazwischen gegessen werden kann, ist mir bei den meisten Autoren zu wenig im Vordergrund. Für eine echte Beurteilung fehlt mir hier eine klare Vorgabe. Bei basenfasten gibt es hier klare Regeln.

Effekte beim basenfasten

  1. Kalorienreduktion – bei basenfasten kommen wir auf 1200 bis 1600 kcal
  2. Autophaghie
  3. Bewussterer Umgang mit Ernährung
  4. Stark erhöhte Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen
  5. Vermeidung von Fertignahrungsmitteln, Zucker, Alkohol und Zusatzstoffen wie Glutamate, Konservierungsmittel, Farbstoffe

Ist basenfasten auch eine Form des Intervallfastens?

Beim basenfasten gibt es die ganz klare Empfehlung, das Abendessen bis 18 Uhr einzunehmen. Das habe ich immer damit begründet, dass in der Nacht eine Menge Stoffwechsel- und Reparaturarbeiten im Organismus ablaufen, die unter Nahrungskarenz schneller und effektiver sind. Die Endprodukte dieser Arbeiten sind übrigens laut Prof. Thomas Remer zu über 95 % saure Valenzen, also Stoffe, die sauer verstoffwechselt wurden.

Autophagie ist ein Teil dieser Stoffwechselarbeiten/Reparaturmechanismus.

Über die Zeit, wann das basische Frühstück erfolgen soll, gibt es bislang keine konkrete Empfehlung. Wir raten zu 3 Mahlzeiten am Tag und wichtig ist, dass zwischen den Mahlzeiten ein Pause von mindestens 4 Stunden eingehalten wird, um der Verdauung genügend Zeit zu lassen.

In unseren basenfasten Hotels machen wir daher Vorschläge für die Essenszeiten:

  • Frühstück –  ca. 9 Uhr
  • Mittagessen –  ca. 13 Uhr
  • Abendessen –  ca. 18 Uhr

Damit gibt es bei basenfasten eine nächtliche Essenspause von 12 bis 16 Stunden.

basenfasten ist, vorausgesetzt alle Wacker-Regeln werden eingehalten, ein Intervallfasten im Sinne des 16/8 oder des 12/12/ Konzepts und der basenfaster kommt in den Genuss der Autophagievorteile.

Von einer Ketoazidose bei basenfasten ist, wenn man 12 stündige Fastenpausen nicht überschreitet, nach derzeitigem Stand der Forschung nicht auszugehen.

Fazit

basenfasten vereint alle Vorteile des Intervallfastens und sorgt zusätzlich in den „Essenszeiten“ dafür, dass jede Menge supergesunde Lebensmittel den Körper beim Gesundbleiben unterstützen. Und die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Co. sind definitiv belegt.

Wir empfehlen daher Intervallfasten dann, wenn die Ernährung dabei basenreich ist.

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Quellen

  • Harvie M, Wright C, Peginton M et al.: The effect of Intermittend energy and carbohydrate retriction v. daily energy restriction on weight loss and metabolic disease risk markers in overweight women. Br. Journal Nutrition 110(2013), 1534 – 47
  • Longo VD, Antebi A, Madeo F, et al.:  Interventions to Slow Aging in Humans. Are we ready?
  • Aging Cell. 2015 Aug;14(4):497-510. doi: 10.1111/acel.12338. Epub 2015 Apr 22. Review.
  • Madeo F., Stekovic S., Hofer SJ., et al.: Alternate Day Fasting Improves Physiological and Molecular Markers of Aging in Healthy, Non-obese Humans. Cell Metab. 2019 August 20
  • pii: S1550-4131(19)30429-2. doi: 10.1016/j.cmet.2019.07.016.
  • Madeo F, Carmona-Gutierrez D, Hofer SJ, Kroemer G.: Caloric Restriction Mimetics against Age-Associated Disease: Targets, Mechanism and Therapeutic Potential
  • Cell Metab. 2019 Mar 5;29(3):592-610. doi: 10.1016/j.cmet.2019.01.018. Review.
  • Patterson RE, Sears D.: Metabolic  Effects of Intermittend Fasting. Annu Rev Nutr. 37 (2017) 371-393

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