Leinsamen & Flohsamen als Ersatz für eine Darmreinigung?

Am 10. Januar 2020 von

Wer sich bei basenfasten vor der Darmreinigung per Einlauf oder der Colon-Hydro-Therapie drücken möchte und nach einer Alternative sucht, stolpert dabei oftmals über Leinsamen oder Flohsamen. Grundsätzlich wirken beide in ihrer Eigenschaft als Quellmittel verdauungsfördernd. Eine gründliche Darmreinigung ersetzen beide aber NICHT.

Was ist eigentlich Leinsamen und wie wirkt er?

Leinsamen ist der Samen der Leinpflanze – auch Flachs genannt. Die Leinpflanze ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sie wurde schon 5000 vor Christus angebaut.

Schon lange schätzt man die verdauungsfördernde Wirkung der Samen, die ganz, geschrotet oder als Pulver verwendet werden. Die Fasern des Lein sind Rohstoff für die Herstellung von Textilien

aus Leinen. Nicht ohne Grund ist sein lateinischer Name Linum usitatissimum -äußerst nützlicher Lein. Wie wahr – auch von seinen Inhaltsstoffen her ist er äußerst nützlich.

Leinsamen enthält

  • 25 % Eiweiß
  • 30 % Fett, davon einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren
  • 38 % Ballaststoffe

und Schleimstoffe, die sich vor allem aus Zuckern zusammensetzen.

Die verdauungsfördernde Wirkung beruht auf den Schleimstoffe und auf dem hohen Fettgehalt. Die Schleimstoffe, die den Darm aufquellen, dadurch das Stuhlvolumen erhöhen, was den Darm in seiner Peristaltik (Darmbewegung) anregt. Eine hohe Trinkmenge ist absolut notwendig. Nur dann kann Leinsamen wirken. Wer zu wenig trinkt, riskiert, dass die Schleimstoffe, die ja aus Zuckern bestehen, die Darmwände verkleben und im Zweifelsfall sogar zum Darmverschluss führen können. Daher: Trinken, trinken.

Die tägliche Höchstmenge an Leinsamen soll zudem 15 g nicht überschreiten, da Leinsamen cyanogene Glykoside enthalten, aus denen Blausäure entstehen kann.

Die verdauungsfördernde Wirkung hängt aber auch mit dem Fettgehalt zusammen. Der hohe Fettgehalt des Leinsamens übt eine Art Schmiereffekt aus und beschleunigt so den Weitertransport des Darms.

Wieviel Superfood steckt in Leinsamen?

Ich bin immer vorsichtig, wenn ein Lebensmittel gehyped wird wie dies teils auch bei Leinsamen der Fall ist. Und zweifelsohne ist Leinsamen ein wertvolles und basisches Lebensmittel. Wenn es richtig verwendet wird und die Verzehrmengen nicht zu hoch sind.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir in den 80iger Jahren in der Apotheke Leinsamen in kleinen Mengen stets frisch geschrotet haben. Es war damals schon bekannt, dass Leinöl (Leinsamenöl) ein besonders empfindliches und instabiles goldgelbes Öl ist, das schon nach wenigen Tagen an Luft und Licht oxidiert und dann bitter und ranzig schmeckt. Das liegt an seinem Gehalt von ca. 90 Prozent an ungesättigten Fettsäuren. Etwa die Hälfte dieser Fettsäuren sind die mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäure Alpha-Linolensäure, die sich schon nach wenigen Tagen zersetzt – in diesem Fall oxidiert. Gesundheitlich gesehen ist dieser hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren für all die Menschen ein Segen, die an Entzündungen, hohem Blutdruck, anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und an erhöhten Blutfettwerten leiden.

Die Verwendung von frischem unerhitztem Leinöl am Müsli oder im Salat ist daher sehr empfehlenswert.

Die Verwendung von Leinsamen zur Anregung der Verdauung ist nur dann sinnvoll, wenn der Leinsamen wirklich frisch geschrotet wird und innerhalb weniger Tage verbraucht. Was ich gar nicht ertragen kann, sind Packungen mit geschrotetem Leinsamen, die monatelang in Drogeriemärkten und Lebensmittelgeschäften auf ihre Käufer warten. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von gekeimtem Leinsamen. Ihn selbst zu keimen, erfordert etwas Erfahrung und Geduld, da er wie die Kresse stark schleimt. Gekeimt ist er leichter zu verdauen.

Flohsamen – passt auch zum Müsli

Die getrockneten Samen sowie die Schalen verschiedener Wegerich-Arten (Plantago) werden bei Verstopfung, bei Reizdarm und zur Stuhlerweichung verwendet. Flohsamen sind wie Leinsamen Quellmittel, enthalten viele Ballaststoffe und regen die Darmperistaltik an und beschleunigen die Darmpassage. Somit sind Flohsamen verdauungsfördernd aber kein wirkliches Abführmittel.

Sie können wie Leinsamen zu  Müslis oder zu Salaten gereicht werden. Gerade beim Backen in der basischen Küche dienen sie durch die Schleimstoffe als Bindemittel.

Sie wirken appetithemmend und sättigend – das sind unschlagbar gute Argumente für ihre Verwendung. Sie müssen nicht geschrotet Es sollte aber auch hier immer reichlich getrunken werden, sonst führen sie allenfalls zu Blähungen. Auch sollten sie nicht zusammen mit Arzneimitteln eingenommen werden, da sie die Aufnahme einiger Arzneistoffe hemmen.

Während basenfasten können Flohsamen zu den Mahlzeiten verzehrt werden – sie ersetzen allerdings nicht die Darmreinigung mit einem Einlauf.

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Wir empfehlen daher zur Darmreinigung einen Einlauf mit Irrigator. Mehr Infos darüber, wie man eine Darmreinigung mit Einlauf durchführt, finden Sie in diesem Beitrag. Wir empfehlen als Irrigator den Reprop Clyster Plus, den Sie bequem in unserem Online-Shop bestellen können.

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