Regionale Superfoods – Vitalstoffbomben aus der Heimat

Am 24. Juli 2017 von

Sie haben sicher schon den Begriff „Superfood“ gehört?! Man kommt ja inzwischen gar nicht mehr an ihm vorbei. Das erste sogenannte Superfood, das diesen Begriff hier so bekannt gemacht hat, war der Chia-Samen. Seitdem sind viele weitere exotische Superfoods wie Goji-Beeren, Acai-Beeren, Moringa und viele weitere in den Supermarktregalen hinzugekommen. Aber was verbirgt sich überhaupt hinter diesem Begriff?

Was sind Superfoods?

Der Begriff „Superfood“ ist auf jeden Fall nicht einheitlich definiert oder gar geschützt. Er wird in Zusammenhang mit Lebensmittel verwendet, die besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, und sekundären Pflanzenstoffen sind. Durch deren reichhaltige Inhaltsstoffe soll die gesundheitliche Wirkung höher sein als bei anderen Lebensmitteln. So sollen durch den Verzehr von Superfoods beispielsweise Krankheiten vorgebeugt oder sogar geheilt werden. Sie sollen beim Abnehmen helfen oder den Körper entgiften. Noch dazu können manche von ihnen unsere Laune anheben, zu schönerem Haut und kräftigerem Haar verhelfen und den Alterungsprozess der Körperzellen verlangsamen. Für viele Verbraucher sind diese Versprechungen natürlich ein guter Grund, um nach den Superfoods zu greifen.

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Dabei entgeht vielen, dass auch unsere heimischen Obst- und Gemüsesorten so einen hohen gesundheitlichen Nutzen für unseren Körper haben können. Denn gerade beim basenfasten setzen wir auf saisonale und regionale Lebensmitteln und, dass aus bestimmten Gründen. Für heimische Superfoods sprechen nämlich, dass die exotischen Wunderlebensmittel aus fernen Ländern meist eine lange Reise hinter sich haben, was nicht gerade dazu beiträgt die Umwelt zu schonen. Diese Lebensmittel, die nicht bei uns wachsen, müssen erstmal über lange Strecken zu uns transportiert werden. Meist wird das Obst und Gemüse dann schon unreif geerntet oder zur Konservierung getrocknet. Sie sind also meist noch nicht mal frisch verfügbar, sondern nur erhältlich in getrockneter Form oder pulverisiert zu bekommen. Regionale Produkte sind einfach frischer und dadurch sind deren Bio-Aktivstoffe besser für uns verwertbar. Oftmals sind die Schadstoffbelastung in Landwirtschaften außerhalb der EU schwerer zu kontrollieren und nicht immer mit unseren Bestimmungen vergleichbar. Denn schaut man mal etwas genauer hin, gibt es auch bei uns tolle Alternativen zu den exotischen Superfoods aus fernen Ländern:

Acai-Beere versus Aronia-Beere

Aronia Beere

Die heimische Alternative zur Acai-Beere ist die Aronia-Beere, auch besser bekannt unter dem Namen Apfelbeere. Die Aronia-Beere wird bei uns direkt in Deutschland angebaut, Hauptanbaugebiet ist dabei Sachsen-Anhalt. Die etwa erbsengroße, schwarze Frucht wird dort zwischen August bis in den Oktober rein geerntet und hat einen recht süß-säuerlich-herben Geschmack. Die heimische Apfelbeere steht der exotischen Acai-Beere mit ihren gesunden Wirkstoffen in nichts nach. So kann Sie mit dem höchsten Anthocyan-Gehalt unter den Beeren punkten. Das bestätigte auch längst das Krebsforschungsinstitut Heidelberg, das auch die krebsvorbeugende Wirkung bei Lebensmitteln untersucht. Anthocyan ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in dunklen Beeren vorkommt. Im Vergleich zu anderen Beeren ist die Apfelbeere der Spitzenreiter unter ihnen. Sie schneidet mit ihrem Anthocyan-Gehalt fünfmal so hoch ab wie die Brombeere und weist sogar zwanzigmal höhere Werte auf als die Himbeere. Daneben enthält sie noch reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese wirken wie natürliche Antioxidantien und binden freie Radikale. Freie Radikale können u.a. auch die Entstehung von vielen Krankheiten wie Krebs, Alzheimer sowie Arteriosklerose beeinflussen. Bei den sekundären Pflanzenstoffen sind vor allem die Flavonoide vertreten. Sie zählen zu der Gruppe der wichtigsten sekundären Pflanzenstoffe und sind für die entzündungshemmende Wirkung bei der Apfelbeere verantwortlich. In den osteuropäischen Ländern wird die Aronia-Beere schon länger bei entzündlichen Infektionskrankheiten, beispielsweise bei Lungenentzündungen oder Entzündungen im Hals- und Rachenraum erfolgreich eingesetzt. Überhaupt trägt die Aronia-Beere auch den Beinamen „Freund des menschlichen Blutes“. Denn neben den bereits aufgezählten Effekten bewirkt der regelmäßige Konsum außerdem einen regulativen Effekt auf den Blutdruck. Menschen mit ständig zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, können angeblich durch den Verzehr der Aronia-Beere den Blutdruck besser im Gleichgewicht halten. So kann man sagen, dass die Aronia-Beere sich durchaus mit der Acai-Beere messen kann. Mit kleiner Einschränkung können Sie die Beere genießen, der rohe Verzehr der Beere ist nämlich umstritten, da sie Blausäure enthält, die giftig wirken kann. Allerdings gibt es im Handel vorwiegend Aronia-Beeren in getrockneter Form oder in Säften oder als Zusatz in Marmeladen.

Chiasamen versus Leinsamen

Leinsamen

Das Gegenstück zum exotischen Chiasamen ist der Leinsamen, er gehört zu einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Leinsamen sind kleine, ovale Samen und besitzen eine gelbe oder braune Schale. Sie werden entweder ganz, geschrotet oder als Öl angeboten. Leinsamen haben einen nussigen Geschmack und gehören zu den Ölsaaten mit dem höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren, allen voran Linolsäure. Die Omega-3-Fettsäuren im Leinsamen helfen, den schlechten (LDL) Cholesterinspiegel zu senken und gleichzeitig den guten (HDL) Cholesterinspiegel zu erhöhen. Dafür verantwortlich ist die günstige Zusammensetzung, denn das reichlich vorhandene Fett im Leinsamen besteht zu über 70 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Zusammen mit der guten Menge an Vitamin E hilft es den Cholesterinspiegel zu regulieren. Dazu verhindert die Linolsäure in Leinsamen, dass übermäßige Entzündungen im Körper auftreten und die Blutgefäße vor Entzündungsschäden geschützt werden. Durch den regelmäßigen Verzehr von Leinsamen wird der Blutfluss verbessert und das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen reduziert. Nicht zuletzt enthält Leinsamen einen Großteil an Lignane, sogar deutlich mehr als andere Samen oder Nüsse wie beispielsweise Sesam, Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse. Diese bleiben allerdings nur enthalten, wenn die Hülle unverletzt bleibt und der Leinsamen lediglich geschrotet wird. Im Gegenzug befinden sich in Leinöl keine Lignane mehr, da vor der Ölpressung die Hülle beseitigt wird. Lignane zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und besitzen damit  antioxidative Eigenschaften. Als sogenannte Radikalfänger, schützen sie die  Zellen vor gefährlichen freien Radikalen, die sie schädigen und das Erbgut angreifen können. Außerdem wirken Lignane sehr positiv bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße und haben einen starken Einfluss auf den Hormonspiegel. Sie können als sogenannte helfen den Hormonmangel und ein Hormonüberschuss wieder auszugleichen. Leinsamen gelten auch als reichhaltige Ballaststoffträger, die sowohl lösliche als auch unlösliche Ballaststoffe liefern. Sie unterstützen damit die Verdauung und helfen bei Verstopfungen, dessen Wirkung sich bereits seit Jahrhunderten die Volksmedizin zunutze macht. Denn die Schleimstoffe des Leinsamens wirken dabei wie ein natürliches Abführmittel, das den Darminhalt aufweicht und besser abführen lässt. Im Müsli oder als Öl im Salatdressing lassen sich so seine wertvollen Inhaltsstoffe nutzen und sind vor allem günstiger als sein exotisches Gegenstück.

Auch diese zwei Gemüsesorten aus unserer Heimat können durchaus mit ihren Inhaltsstoffen in der Superfood-Liga mitspielen:

Rote Bete: reich an Mineralstoffen

Rote Bete

Zwar ist die tiefrote Knolle eigentlich ein typisches Wintergemüse, dennoch ist sie bei uns das ganze Jahr über erhältlich. Vor allem roh liefert Rote Bete eine Menge wertvoller Inhaltsstoffe wie Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Daneben ist die rote Knolle auch für ihren Vitamin-B-Gehalt bekannt. Zu den Vitaminen gehören unter anderem das Provitamin A, Vitamin B12, Vitamin B9, die man auch unter dem Namen Folsäure kennt und Vitamin C. Die optimale Kombination aus Vitamin C, Folsäure und Eisen unterstützen den Körper bei der Blutbildung. Der tägliche Eisenbedarf liegt bei ca. 10-15 Milligramm je nach Geschlecht und Alter, dabei kann die Rote Bete mit einem Milligramm Eisen pro 100 Gramm einen guten Beitrag leisten. Für die rote Farbe der Knolle, die damit nicht nur bunte Abwechslung ins Essen bringt, sorgt der sekundäre Pflanzenstoff Betanin. Er zählt zur Gruppe der Anthocyane, den sogenannten Bioflavonoiden und ist hauptsächlich in blauen, violetten, roten oder blauschwarzen Gemüsearten und Früchten enthalten. So sorgt seine Wirkung dafür, dass die Produktion von Glückshormonen angeregt wird. Rote Bete ist also ein wahrer Stimmungsaufheller, der dafür mehrere Stoffe liefert, die diesen Effekt auf unsere Stimmungslage erzeugen können. Betanin kann aber noch viel mehr. Es macht Viren und Bakterien inaktiv und fördert ihren Abtransport aus dem Körper. Dadurch kann bei regelmäßigem Verzehr der roten Knolle das Immunsystem gestärkt und Erkältungen vorgebeugt werden. Zudem stärkt der Stoff Betanin die Leber und den Fettabbau. Denn das gesunde Gemüse bildet im Körper sogenannte Mitochondrien, die man auch als Kraftwerke der Zellen bezeichnet. Sie sind an fast allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und können bei regelmäßiger Aufnahme für eine bessere Durchblutung der Muskulatur und des Bindegewebes sorgen. Dies ist besonders interessant für Sportler, da die Leistungsfähigkeit zunimmt und Muskel- und Bindegewebeverletzungen schneller abheilen können. Zwar zählt Rote Bete zu den Lebensmitteln, die von Natur aus einen hohen Gehalt an Nitraten besitzen, dennoch hat laut der deutschen Zeitschriftenausgabe von „National Geographic“ Nitrat auch gesundheitsfördernde Eigenschaften. So soll Nitrat u.a. den Blutdruck senken und die Durchblutung fördern, womit positive Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erzielt werden können. All diese enthaltenen Wirkstoffe machen die unscheinbare rote Knolle zu einem wahren Superfood.

Lauch: das Entgiftungsgemüse

Lauch

Lauch oder auch Porree genannt, gehört zur Familie der Zwiebelgewächse. Anders als seine Verwandten wie Zwiebeln und Schalotten, hat er einen viel milderen Geschmack. Gerade Zwiebelgewächse wie Porree sind besonders gehaltvoll an sekundären Pflanzenstoffen. Darunter finden sich auch schwefelhaltige Öle wie Allylsenföl, welcher nicht nur für den intensiven Geschmack und Geruch verantwortlich ist, sondern auch gegen Pilze und Bakterien wirkt. Die enthaltenen Schwefelverbindungen machen ihn außerdem zu einem prima Entgiftungsgemüse, indem die Nierentätigkeit angeregt wird und bei der Bildung von Nierensteinen entgegen wirkt. Auch die Verdauungstätigkeit wird angeregt und den Gallenfluss beschleunigt. Eine weitere nennenswerte Schwefelverbindung ist Allicin, die antibakterielle Eigenschaften aufweist. Porree enthält ebenso viel Allicin wie Knoblauch, was ihn zu einem wirksamen natürlichen Antibiotikum macht. Darüber hinaus gibt es Studien, die bei Gemüse mit enthaltenen Allicin eine cholesterinsenkende Wirkung gezeigt haben. Zurückzuführen ist dies auf eine Hemmung bestimmter Leberenzyme. In aktuelleren Untersuchungen wird bereits der Frage nachgegangen, ob Allicin auch eine krebsvorbeugende Wirkungen besitzt, für die es bisher einige Hinweise gibt. Zudem enthält Lauch viele Vitamine und Mineralstoffe, besonders Vitamin C und K sowie Folsäure, die zu einer gesunden Ernährung beitragen. Erwähnenswert bei den Mineralstoffen ist vor allem der Gehalt an Kalium, Kalzium, Eisen und Mangan, die gerade für Knochen, Nerven und Muskeln von großer Bedeutung sind. Auch hier sieht man, dass heimische Superfoods jede Menge für unsere Gesundheit leisten können.

Damit Sie natürlich auch in den Genuss heimischer Superfoods kommen, finden Sie hier ein vitalstoffreiches basisches Rezept zum Nachkochen:

Basisches Superfood-Wokgemüse

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Basisches Superfood Wok-Gemüse
Basisches Superfood Wok-Gemüse
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Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 8 Minuten
Portionen
2 Portionen
Zutaten
  • 2 Karotten
  • 5 Wirsingblätter
  • 1 große Stange Lauch
  • 3 EL Sesamöl
  • 3 EL Sojabohnenkeimlinge frisch oder aus dem Glas
  • 1 EL Tahin (Sesammus)
  • 2 TL Leinsamen geschrotet
  • etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • etwas Meersalz
  • 2 EL Wasser
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 8 Minuten
Portionen
2 Portionen
Zutaten
  • 2 Karotten
  • 5 Wirsingblätter
  • 1 große Stange Lauch
  • 3 EL Sesamöl
  • 3 EL Sojabohnenkeimlinge frisch oder aus dem Glas
  • 1 EL Tahin (Sesammus)
  • 2 TL Leinsamen geschrotet
  • etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • etwas Meersalz
  • 2 EL Wasser
Basisches Superfood Wok-Gemüse
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Anleitungen
  1. Die Karotte mit der Gemüsebürste unter fließendem Wasser bürsten und in feine Streifen schneiden.
  2. Die Wirsingblätter waschen und in Streifen schneiden.
  3. Den Lauch waschen, putzen und in sehr dünne Streifen schneiden.
  4. Das Sesamöl im Wok oder der Pfanne erhitzen und das Gemüse unter ständigem Rühren andünsten. Die Sojabohnenkeimlinge und 2 EL Wasser dazugeben.
  5. Den Tahin, den Leinsamen und die Gewürze in den Wok geben. Alles gut durchmischen und abschmecken.

Bei all den tollen gesundheitlichen Wirkstoffen die Superfoods  mit sich bringen, muss man bedenken, dass auch viele andere Faktoren wie Bewegung, Stress, Lebensumstände und genetische Erbanlagen eine Rolle für die Gesundheit spielen. Dennoch können Superfoods einen wichtigen Beitrag zu einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung leisten.

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