Wie würze ich richtig beim basenfasten?

Am 14. Januar 2022 von

Eine meiner wichtigsten Regeln während der basenfasten Kur ist die Regel Nr. 7: „Würzen mit Gefühl“. Damit auch Deine basenfasten Zeit zu einem Genusserlebnis wird, wird natürlicher Geschmack beim basenfasten ganz besonders groß geschrieben.

Zwar machen Gewürze und Kräuter im Ganzen gesehen meist nur einen kleinen Teil unserer Speisen aus, aber man sollte nicht unterschätzen, dass sie in erheblichen Maße zu unserem Genuss beitragen. Während der basenfasten Tage machen viele Menschen die Erfahrung, wie es ist, ohne künstliche Aromen und mit weniger Würzhilfen auszukommen. Trotzdem müsst Du nicht befürchten, dass Dein basisches Essen fad und lieblos schmecken wird. Im Gegenteil: Jetzt hast Du die Chance, die Aromenvielfalt von Kräutern und Gewürzen wieder neu zu entdecken und tust dabei noch etwas Gutes für Deine Gesundheit.

Gewürze und Kräuter

Das Würzen einfach nur mit Salz und Pfeffer ist in Deutschland immer noch die beliebteste Art zu würzen. Mediterrane Kräuter und Gewürze wie Basilikum, Rosmarin, Oregano, Lavendel und Thymian bereichern glücklicherweise inzwischen zudem viele Gerichte.

Doch wie sieht es mit einheimischen Kräutern und Gewürzen aus? Mit Schnittlauch, Liebstöckel (Maggiekraut), Bibernell, Bohnenkraut, Borretsch, Petersilie und Dill? Und wie mit frischen Keimlingen? Alle Kräuter, frisch oder getrocknet sowie Keimlinge tragen zum Geschmack und damit zum richtigen Würzen bei, werden basisch verstoffwechselt und sind deutlich gesünder als Salz. Daher können sie gar nicht genug eingesetzt werden.

Wenn Du bislang zu den „Normal-und Vielwürzern“ gehörst, also zu denen, die gerne viel Salz und Pfeffer beim Würzen verwenden, dann ist beim basenfasten eher Zurückhaltung angesagt. Oder kommt beim Essen gar gerne mal eine braune Flasche eines bekannten Suppen- und Speisegewürzherstellers auf den Tisch? Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen es für viele beim Essen dazugehörte, diese Speisewürze zu verwenden. Es galt bei vielen als das Würzmittel schlechthin und tut es teils auch heute noch. Dabei wächst Liebstöckel, der genauso schmeckt, ganz einfach in jedem Garten. Auch der gestiegene Verzehr von Fertigprodukten, die häufig mit Geschmacksverstärkern wie Glutamat angereichert sind, tragen nicht unbedingt zu einem besseren Geschmacksempfinden bei. Geschmacksverstärker in Gewürzen und Gemüsebrühen haben daher bei basenfasten nichts zu suchen.

Wie darf also beim basenfasten gewürzt werden?

Beim basenfasten kannst Du, abgesehen von Knoblauch und Bärlauch, alle bekannten Gewürze und Kräuter verwenden. Die Kräuter- und Gewürzvielfalt ist so riesig, dass Du an keinem der Gerichte Knoblauch oder Bärlauch vermissen wirst. Beim basenfasten kommt es darauf an, eine runde, harmonische Würzung zu erreichen- möglichst mit wenig Salz. Anfangs werden sich Deine Geschmacksknospen ein wenig umgewöhnen müssen, bis sie die Feinheiten einer dezenten und harmonischen Würzung wahrnehmen können. Wenn Du viel Salz und Gewürze verwendest, irritiert das Deine Geschmacksnerven und lässt Dich auch das Gefühl für Sättigung verlieren. Das ist auch der Grund, weshalb ich den intensiven Knoblauch trotz seiner vielfältigen Gesundheitswirkung beim basenfasten nicht empfehle. Knoblauch enthält zwar viele basische Mineralstoffe, aber die enthaltenen Sulfide überdecken jeden Gemüsegeschmack. Manche Menschen vertragen ihn aber auch nicht gut oder reagieren allergisch darauf. Doch es gibt in der Welt der Gewürze eine Menge Alternativen. Sie verleihen -gut dosiert- dem Essen eine raffinierte Note. Zudem wirken sie oft verdauungsanregend. Auch intensive Gewürze, wie Chilipulver, Pfeffer oder Kreuzkümmel, enthalten viele basische Mineralien. Optimale Würzmittel sind auch getrocknete heimische Gartenkräuter oder frische Kräuter. Nicht umsonst gehören Sie zu den Top 10 der Basenbildner. Auch frische Sprossen dienen der Geschmacksverfeinerung. Sie sind ebenfalls sehr gesund und lassen sich einfach selbst züchten. Wenn Du keine Zeit zum Keimen hast, gibt es auch getrocknete Keimlinge, die sich beispielsweise als Salattopping zum Würzen eignen.

Richtige Dosierung ist das A und O

Richtig dosiert sorgen Gewürze für echte Abwechslung in Deiner Küche. Die richtige Dosierung beim Würzen zu finden ist nicht immer ganz einfach. Zumal nicht immer in den Rezepten genaue Dosierungen empfohlen werden. Umso wichtiger ist es deshalb, nach dem eigenen Empfinden zu würzen, sofern dieses nicht von jahrelangem zu hohem Salzkonsum verzerrt ist. Sinnvoll ist es zunächst, erstmals mit einer geringen Dosierung zu beginnen und den Geschmack etappenweise anzupassen. Es gibt Gewürze die können löffelweise eingesetzt werden, wie z. B. Paprika edelsüß und Currypulver. Bei anderen Gewürzen, wie Nelke oder Cayennepfeffer, gilt es lieber mit ein bis zwei Messerspitze zu beginnen, weil sie ein zu intensives Aroma verströmen. Ich persönlich finde es gerade bei basenfasten wichtig, den Eigengeschmack der verwendeten Gemüsesorte nicht zu überdecken.

Experimentieren ist angesagt!

Es müssen nicht immer ausgefallene Gewürzsorten sein, auch Pfeffer bietet zahlreiche verschiedene Sorten, die echte Geschmackserlebnisse versprechen. Zu meinen Kochschulungen habe ich immer gerne den Teilnehmern unterschiedliche Pfeffersorten gezeigt und zu probieren gegeben. Die Reaktionen waren immer erstaunlich, vor allem weil einige nur die üblichen Pfeffersorten, wie weißer oder schwarzer Pfeffer kannten. Dabei gibt es noch so viele mehr. Schau Dich doch mal bei einem Feinkosthändler oder im Bioladen um. Einmal auf den Geschmack gekommen, wirst Du den Unterschied schmecken und erstaunt sein, mit wie vielen unterschiedliche Pfeffernuancen Du Deine Gerichte abschmecken kannst. Und es gibt ja nicht nur Pfeffer. Noch raffinierter schmecken Gerichte durch weitere Gewürzzugaben. wie wäre es mit Muskat, Curry, Zimt oder süßem Bockshornklee? Muskat verleiht dem Essen einen leckeren nussigen Geschmack, der besonders für Kartoffelgerichte passt. Auch Bockshornkleesamen geben ein nussiges Aroma. Süßes Paprikapulver macht herzhafte Gerichte angenehm süßlich. Für Liebhaber exotischer Gerichte ist dagegen Curry ein Muss. Fürs basische Müsli oder für süße Desserts sind  Zimt, Kardamom oder Vanille passend.

Verfeinern mit Kräutern

Aber auch mit Kräutern kannst Du Deinen Gerichten nicht nur geschmacklich eine besondere Note verpassen, sondern sie besitzen auch einen hohen Mineral- und Vitalstoffanteil. Wie wäre es mal mit einheimischen Kräutern wie Salbei, Bohnenkraut oder mit mediterranen Kräutern wie Rosmarin und Basilikum? Oder mit asiatischen Kräutern wie Zitronengras, Galgant oder Koriander, um den basischen Gerichten ein feines exotisches Aroma zu verleihen?  Ich bin sicher, Du wirst die neue Aromenvielfalt auch bald nicht mehr missen wollen!

Frische Kräuter

Und woher die Kräuter nehmen? Viele Kräuter gibt es bereits im Blumentopf zu kaufen und die meisten lassen sich ohne großes Platzangebot auf der Fensterbank oder auf dem Balkon halten. Auch getrocknete Kräuter sind leckere Basenlieferanten, denn sie verlieren durch die Trocknung ihre Mineralstoffe nicht. Thymian und Glattpetersilie beispielsweise verfügen über einen hohen Eisengehalt. Durch die Trocknung geht nur das neutrale Zellwasser der Pflanzen verloren.

Weniger Salz ist mehr

Salz – meist ist damit Kochsalz gemeint – solltest Du besser in kleinen Mengen genießen, denn obwohl es chemisch neutral reagiert, kann es den Säure-Basen-Haushalt stören. Das gilt vor allem dann, wenn täglich mehr als 6 g auf dem Speisen- und Getränkeplan stehen. 6 g klingt erst einmal nach wenig, die hat man aber ganz schnell zusammen. Überleg Dir mal, wie oft Du Brot, Käse, Wurstwaren, Salzgebäck oder Fertiggerichte zu Dir nimmst. Selbst wenn Du nicht viel Salz verwendest, kommst Du so schnell zu einer hohen Salzzufuhr. Dazu kommen noch Deine Außer-Haus-Essen im Restaurant, wo üblicherweise immer zu viel Salz verwendet wird. Und schon sind die 6 g, die von der DGE empfohlen werden, überschritten. Laut DGE liegt der durchschnittliche Salzkonsum sogar bei 10g.

So kommst Du mit weniger Salz aus – ohne Abstriche beim Geschmack machen zu müssen

Würze Deine Speisen zunächst mit Kräutern, frische oder getrocknete. Verwende zusätzlich frische oder getrocknete Keimlinge.  Danach erst kommt das Salz. Am besten ein Kräutersalz – bio – oder Sesamsalz, da hier der Salzanteil nur gering ist. Sesamsalz hat, je nach Produkt, einen Salzgehalt von 3,5 bis 10 Prozent. Durch den gemahlenen und gerösteten Sesam schmeckt die Mischung salziger als sie ist. Also eine kleine Mogelpackung, die der Gesundheit zuliebe erlaubt ist. Achte beim Kauf von Sesamsalz darauf ein Produkt zu wählen, das unter 5 Prozent Salzgehalt hat.

Avocado-Tomaten-Tartar mit Zitronenaroma

Avocado-Tomaten-Tartar mit Zitronenaroma

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Avocado
  • 2 Rispentomaten
  • 1/2 Zwiebel
  • Salat Deiner Wahl (hier aus jungem Spinat, rotem Mangold und Rucola)
  • Saft einer ½ Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • einige Blättchen Zimtbasilikum
  • Kräutersalz
  • bunter Pfeffer
  • Sesamsalz
  • Sprossen (in meinem Fall: rote Rettichsprossen, Luzernensprossen)

Zubereitung:

Die Avocado vorsichtig von Schale und Kern befreien und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und klein hacken. Die Tomaten waschen und würfeln. Avocado, Zwiebeln und Tomaten vermischen. Das Zimtbasilikum abwaschen, abtropfen lassen und fein hacken. Zitronensaft, Kräutersalz, bunter Pfeffer und Zitronenbasilikum hinzufügen und vermischen. Das Avocado-Tomaten-Tatar in eine Souffléform geben.

Den Salat waschen und auf einem Teller anrichten. Darüber Olivenöl träufeln. Sesamsalz darüber streuen. Die Form auf dem Salat stürzen. Mit Sprossen und Zitronenbasilikum anrichten.

Ein gutes Essen wird mit den richtigen Gewürzen und den passenden Kräutern noch viel besser.

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Foto Gewürze: Adobe Stock, ©Dionisvera, #231748899

Foto Rezept: Melanie Draganis

3 Beiträge zu “Wie würze ich richtig beim basenfasten?”

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