Richtig würzen mit basenfasten

Am 13. Oktober 2017 von

Einer meiner wichtigsten Regeln während der basenfasten Kur ist die Regel Nr. 7: „Würzen mit Gefühl“. Damit auch Ihre Fastenzeit zu einem Geschmackserlebnis wird, wird natürlicher Geschmack beim basenfasten ganz besonders groß geschrieben.

Rosmarin, roter Pfeffer und Thymian

Zwar machen Gewürze und Kräuter im Ganzen gesehen nur einen kleinen Teil unserer Speisen aus, aber man sollte nicht unterschätzen, dass sie in erheblichen Maße zu unserem Genuss beitragen. Während der basenfasten Tage werden Sie die Erfahrung machen, wie es ist, ohne künstliche Aromen und mit weniger Würze auszukommen. Trotzdem müssen Sie nicht befürchten, dass das Essen fad und lieblos schmecken wird. Stattdessen lernen Sie, auf natürliche Weise Geschmack reinzubringen und dabei noch etwas für Ihre Gesundheit zu tun.

Wenn Sie also zu den Vielwürzern gehören, also zu denen, die gerne viel Salz und Pfeffer beim Würzen verwenden, dann ist beim basenfasten eher Zurückhaltung angesagt. Oder kommt bei Ihnen zum Essen gerne mal eine braune Flasche eines bekannten Suppen- und Speisegewürzherstellers auf den Tisch? Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen es für viele beim Essen dazugehörte, diese Speisewürze zu verwenden. Es galt bei vielen als das Würzmittel schlechthin und tut es bestimmt auch heute noch. Auch der gestiegene Verzehr von Fertigprodukten, die häufig mit Geschmacksverstärkern wie Glutamat angereichert sind, tragen nicht unbedingt zu einem besseren Geschmacksempfinden bei.

Wie darf also beim basenfasten gewürzt werden?

Beim basenfasten dürfen Sie, abgesehen von Knoblauch und Bärlauch, alle bekannten Gewürze und Kräuter verwenden. Die Kräuter- und Gewürzevielfalt ist so riesig, dass Sie an keinem der Gerichte Knoblauch oder Bärlauch vermissen werden. Beim basenfasten kommt es darauf an, eine runde, harmonische Würzung zu erreichen- möglichst mit wenig Salz. Anfangs werden sich Ihre Geschmacksknospen ein wenig umgewöhnen müssen, bis sie die Feinheiten einer dezenten und harmonischen Würzung wahrnehmen können. Wenn Sie stark würzen, irritiert das Ihre Geschmacksnerven und lässt Sie das Gefühl für Sättigung verlieren. Das ist auch der Grund, weshalb ich den intensiven Knoblauch trotz seiner vielfältigen Gesundheitswirkung beim basenfasten nicht empfehle. Knoblauch enthält zwar viele basische Mineralstoffe, aber die enthaltenen Sulfide überdecken jeden Gemüsegeschmack. Manche vertragen ihn aber auch nicht gut oder reagieren sogar allergisch darauf. Dafür gibt es eine Menge anderer raffinierter Gewürze, die alle als Basenlieferanten gelten. Sie verleihen -gut dosiert- dem Essen eine raffinierte Note. Zudem wirken sie oft verdauungsanregend. Auch intensive Gewürze, wie Chilipulver, Pfeffer oder Kreuzkümmel, enthalten viele basische Mineralien. Optimale Würzmittel sind auch frische Kräuter. Sie haben darüber hinaus  einen höheren Vitamingehalt. Nicht umsonst gehören Sie zu den Top 10 der Basenbildner. Auch frische Sprossen dienen der Geschmacksverfeinerung. Sie sind ebenfalls sehr gesund und lassen sich einfach selbst züchten.

Richtige Dosierung ist das A und O

Richtig dosiert können Gewürze eine Abwechslung in Ihre Küche bringen. Die richtige Dosierung beim Würzen zu finden ist nicht immer ganz einfach. Zumal nicht immer in den Rezepten genaue Dosierungen empfohlen werden. Umso wichtiger ist es deshalb nach Geschmack zu würzen. Wichtig ist hierbei, dass Sie erstmals mit eine geringen Dosierung beginnen und den Geschmack etappenweise abschmecken. Es gibt Gewürze die können Sie löffelweise einsetzen, wie z. B. Paprika edelsüß und Currypulver. Bei anderen Gewürzen, wie Nelke oder Cayennepfeffer, sollten Sie lieber nur eine kleine Messerspitze abmessen, weil sie ein zu intensives Aroma verströmen.

Experimentieren Sie!

Es müssen nicht immer ausgefallene Gewürzsorten sein, auch Pfeffer bietet zahlreiche verschiedene Sorten, die echte Geschmackserlebnisse versprechen. Zu meinen Kochschulungen habe ich immer gerne den Teilnehmern unterschiedliche Pfeffersorten gezeigt und zu probieren gegeben. Die Reaktionen waren immer erstaunlich, vor allem weil einige nur die üblichen Pfeffersorten, wie weißer oder schwarzer Pfeffer kannten. Dabei gibt es noch so viele mehr. Schauen Sie doch mal bei einem Feinkosthändler oder dem Reformhaus Ihres Vertrauens vorbei. Sie werden sofort den Unterschied schmecken und erstaunt sein, wie viele unterschiedliche Pfeffernuancen Sie mit Ihren Gerichten abschmecken können. Noch raffinierter schmecken Gerichte durch weitere Gewürzzugaben. Setzen Sie doch mal Muskat, Curry, Zimt und süße Paprika ein. Mit Muskat können Sie Ihrem Essen einen leckeren nussigen Geschmack verleihen, der zu vielen Gerichten gut passt. Süßes Paprikapulver macht herzhafte Gerichte angenehm süßlich. Für Liebhaber exotischer Gerichte ist dagegen Curry ein Muss. Für Obstsalat oder süße Desserts können Sie Zimt oder eine Vanilleschote im Küchenschrank parat haben.

Verfeinern mit Kräutern

Aber auch mit Kräutern können Sie Ihren Gerichten nicht nur geschmacklich eine besondere Note verpassen, sondern Sie besitzen auch einen hohen Mineral- und Vitalstoffanteil. Entdecken Sie einheimische Kräuter wie Salbei, Bohnenkraut und Rosmarin oder mediterrane Kräuter wie Basilikum. Versuchen Sie es mit asiatischen Kräutern wie Zitronengras oder Koriander, um Ihren Speisen einen feines exotisches Aroma zu verleihen. Sie werden staunen über die neue Aromenvielfalt und sie vielleicht auch bald nicht mehr missen wollen!

Basilikum

Viele Kräuter gibt es bereits im Blumentopf zu kaufen und Sie können diese ohne großes Platzangebot auf Ihrer Fensterbank halten. Auch getrocknete Kräuter sind Basenlieferanten, denn sie verlieren durch die Trocknung ihre Mineralstoffe nicht. Thymian und Glattpetersilie beispielsweise verfügen über einen hohen Eisengehalt. Durch die Trocknung geht nur das neutrale Zellwasser der Pflanzen verloren.

Weniger Salz ist mehr

Salz sollten Sie generell besser in Maßen genießen. Obwohl Kochsalz chemisch neutral reagiert, hat ein überhöhter Kochsalzkonsum störenden Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt; das ergaben neuere Forschungen. Schon Ragnar Berg sprach von einer ungünstigen Wirkung des Kochsalzes. Ihm zufolge wird bei Konsum von zu viel Kochsalz der Überschuss an saurem Chlorid aus dem Kochsalzabbau im Bindegewebe gelagert und trägt dort zur vorzeitigen Gewebealterung bei.

Zu den neueren Forschungen gehört auch die Studie der University of Shimane in Japan, die diese These unterstreicht. Die Wissenschaftler untersuchten 213 Frauen im Alter von etwa 63 Jahren, die bereits an einem Osteoporose-Screening teilgenommen hatten. Die japanische Studie stellte fest, dass ältere Frauen, die die höchsten Salzmengen konsumierten, ein mehr als viermal so hohes Risiko für Knochenbrüche haben, als Frauen mit einem geringen Salzverzehr. Die Resultate lassen laut der Studienleiterin Kiyoko Nawata, die Professorin für Gesundheit und Ernährung ist, darauf schließen, dass ein exzessiver Salzkonsum ein Risikofaktor für brüchige Knochen darstellt. Daher ist es laut ihrer Aussage wichtig, dies in einer Ernährungstherapie bei Osteoporose unbedingt zu berücksichtigen. Salzarme Kost kann also Basenverlust entgegenwirken und als Bestandteil der Osteoporosevorsorge und allgemein der basenüberschüssigen Ernährung gesehen werden.

Für das Funktionieren des Kochsalzkreislaufs sind nämlich nur sehr geringe Salzmengen in der Nahrung notwendig. Es genügen lediglich 1-2 g pro Tag. 3-6g werden dagegen meist empfohlen. Diese geringe Menge ist relativ schnell erreicht, selbst wenn Sie nicht allzu übermässig salzen. Da aber heutzutage in vielen Lebensmitteln insbesondere in Brot, Käse, Wurstwaren und in Fertiggerichten viel Salz enthalten ist, wird diese Menge von den meisten überschritten und liegt dann sogar bei 10-30g pro Tag!

So kommen Sie mit weniger Salz aus – ohne Abstriche beim Geschmack machen zu müssen

Würzen Sie Ihre Speisen zunächst mit Kräutern. Danach schmecken Sie mit Sesamsalz oder einem guten Salz in kleinen Mengen, etwas Meersalz aus dem Naturkostladen oder superfeines Fleur de sel, ab. Mit der Zeit stellen sich Ihre Geschmacksnerven um, sodass Sie den Salzkonsum weiter reduzieren können.

Wie Sie einen einfachen Salat mit Kräutern und Gewürzen zu einem unvergesslichen Erlebnis machen:

Avocado-Tomaten-Tartar mit Zitronenaroma

Avocado-Tomaten-Tartar mit Zitronenaroma

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Avocado
  • 2 Rispentomaten
  • 1/2 Zwiebel
  • Salat Ihrer Wahl (hier aus jungem Spinat, rotem Mangold und Rucola)
  • Saft einer ½ Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • einige Blättchen Zimtbasilikum
  • Kräutersalz
  • bunter Pfeffer
  • Sesamsalz
  • Sprossen (in meinem Fall: rote Rettichsprossen, Luzernensprossen)

Zubereitung:

Die Avocado vorsichtig von Schale und Kern befreien und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und klein hacken. Die Tomaten waschen und würfeln. Avocado, Zwiebeln und Tomaten vermischen. Das Zimtbasilikum abwaschen, abtropfen lassen und fein hacken. Zitronensaft, Kräutersalz, bunter Pfeffer und Zitronenbasilikum hinzufügen und vermischen. Das Avocado-Tomaten-Tatar in eine Souffléform geben.

Den Salat waschen und auf einem Teller anrichten. Darüber Olivenöl träufeln. Sesamsalz darüber streuen. Die Form auf dem Salat stürzen. Mit Sprossen und Zitronenbasilikum anrichten.

Avocado-Tomaten-Tartar mit Zitronenaroma

Probieren Sie es aus!

Ein gutes Essen wird mit den richtigen Gewürzen und den passenden Kräutern noch viel besser.

Fotos: Melanie Draganis

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