Sabine Wacker antwortet: basenfasten bei Fruktoseintoleranz?

Am 16. Juni 2017 von

Ich erhalte immer sehr viele E-Mail-Anfragen von Ihnen, liebe Leser. Darum möchte ich gerne in Zukunft meinen Blog nutzen, um häufig gestellte Fragen hier zu veröffentlichen und Ihnen ausführlich zu antworten – und zwar in unserer neuen Blog-Reihe Sabine Wacker antwortet. Dabei finden Sie heute auch ein basenfasten Rezept.

Frau L. aus der Nähe von Darmstadt schrieb am 02.02.2015:

Unbenannt

Hallo Frau Wacker, gibt es auch eine basenfasten Kur für Menschen, die unter Fruktoseintoleranz leiden?

 

Bei der Fruktoseintoleranz handelt es sich um einen Sammelbegriff für Unverträglichkeiten fruktosehaltiger Lebensmittel, wie beispielsweise Obst. Wenn Sie also nach dem Verzehr von Obst Blähungen oder Bauchschmerzen bekommen, Sie sich danach abgeschlagen oder müde fühlen und Ihnen im schlimmsten Fall schlecht wird, dann leiden Sie eventuell an einer Fruktoseintoleranz. In den meisten Fällen ist eine Fruktoseintoleranz eine vorübergehende Unverträglichkeit, die man an erst im Laufe der Zeit erwirbt. Sie nimmt seit einigen Jahren immer mehr zu. Selten dagegen ist eine erblich bedingte Unverträglichkeit von Fruktose, die auf einem Enzymdefekt basiert.

Intoleranzen müssen keine lebenslangen Diagnosen bleiben. Aus meiner jahrelangen Praxiserfahrung weiß ich, dass man durch die konsequente Umstellung auf Basenüberschüss in der Nahrung erreichen kann, dass sich Toleranzen wieder erhöhen können. Denn je basenreicher Sie sich ernähren, umso mehr entlasten Sie dadurch Ihren Darm und das Darm-Immunsystem, was erfahrungsgemäß wiederum zu einer Steigerung der Toleranzgrenze führen kann.

Man hat außerdem festgestellt, dass Glukose die Aufnahme von Fruktose fördert, und Glukose ist ebenfalls in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Wenn Sie bei einer Fruktoseintoleranz auf die Obst- und Gemüsesorten ausweichen, die einen hohen Gehalt an Glukose aufweisen, dann sind diese verträglich oder verträglicher. Es gibt sozusagen ein optimales Glukose-Fruktose-Verhältnis im Lebensmittel – es muss gleich viel oder mehr Glukose als Fruktose enthalten sein. Ein Verhältnis von Glukose zu Fruktose von 1 zu 1 oder größer wird in den meisten Fällen gut vertragen. Das heißt für Sie bei der basenfasten Kur, dass Sie trotz Fruktoseintoleranz dennoch nicht unbedingt auf alle fruktosehaltigen Lebensmitteln verzichten müssen. Es gibt eine ganze Reihe von Obst- und Gemüsesorten, die also ein günstiges Verhältnis von Glukose zu Fruktose aufweisen.

Dazu gehören beim Obst neben Kirschen (süß), Banane, Grapefruit, Zitrone, Mandarine, Aprikose, Pflaumen, auch Honigmelone, Datteln, Feigen und Rhabarber.

Was Ihnen zusätzlich helfen kann ist, wenn Sie etwas Traubenzucker (Glukose) auf das Obst streuen. Beim Gemüse zählen Spinat, Zwiebeln, Weißkohl, Kartoffel, Gurke, Kohlrabi, Möhre, Radieschen, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Feldsalat, Fenchel, Rotkohl, aber auch Wirsing, Paprikaschote, grün, Aubergine, Pfifferlinge, Steinpilze und frische Erbsen zu den begünstigten Sorten.

Probieren Sie es einfach aus und ermitteln Sie die Obst- und Gemüsesorten, die für Sie gut verträglich sind!

Bei einigen Mahlzeiten, die während der basenfasten Kur empfohlen werden, können Sie einfach kleine Änderungen durchführen indem Sie bestimmte Lebensmittel ersetzen oder weglassen.

Beim Frühstück stellen Sie das basische Müsli einfach mit folgenden Zutaten her (vorausgesetzt die ausgewählten Obstsorten vertragen Sie):

  • 1 Banane
  • 4 frische oder getrocknete Aprikosen
  • 3 Teelöffel Erdmandelflocken
  • Saft einer kleinen Orange
  • 1 Esslöffel Mandelblättchen

Zubereitung:

Die Banane in Scheiben und die Aprikosen in kleine Stückchen schneiden. Die Mandelblättchen zusammen mit den Erdmandelflocken unter das Obst mischen. Die Orange auspressen und den Orangensaft darunter mischen und ein wenig durchziehen lassen.

Wenn Sie allerdings zu denjenigen gehören, die am Morgen sowieso keinen oder nur wenig Hunger haben, dann lassen Sie einfach das basische Müsli weg. Stattdessen können Sie einfach auf das Frühstück verzichten und trinken bis zum Mittag 1-1,5 Ltr. verdünnten Kräutertee oder heißes Wasser. Das stillt ein wenig den Hunger.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Sie Gemüsebrühe trinken. Das klingt vielleicht seltsam, aber in asiatischen Ländern ist es durchaus üblich, morgens Gemüse zu Essen.

Probieren Sie einfach aus, welche der genannten Alternative für Sie in Frage kommt.

Folgende Tipps sollten Sie außerdem noch beachten, wenn Sie an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden:

  • Vermeiden Sie alle Obst und Gemüsesorten, von denen Sie wissen, dass Sie sie nicht vertragen.
  • Außer Fruktose sollten Sie noch Sorbit (Alkoholform von Fruktose z. B. in Diabetikerfertigprodukte, manche Obstsorten, Obstsäfte) und Invertzucker (Gemisch aus gleichen Teilen von Glukose und Fruktose, z.B. in Honig) meiden
  • Bereiten Sie alle Gerichte nur aus 2-3 Sorten zu, dann ist es z.B. in Ihrem Fall von Nahrungsmittelunverträglichkeit leichter nachvollziehbar, welches Obst und Gemüse der Auslöser war.
  • Je nach Stärke ihrer Unverträglichkeit können Sie auf folgende basische Lebensmittel reagieren: (bitte daher vorsichtig austesten) Stein- und Kernobst wie z.B. Äpfel, Zitrusfrüchte, Kiwis, Kräuter, Beerenfrüchte, Paprika.
  • Lassen Sie Zwiebeln und andere Gemüsesorten weg, wenn Sie leicht mit Blähungen oder Bauchschmerzen darauf reagieren.
  • Erdbeeren, Himbeeren und Tomaten sollten Sie während der basenfasten Kur ebenfalls nicht in größeren Mengen zu sich nehmen, da diese Nahrungsmittel im Körper Histamine freisetzen können. Vermeiden Sie vorsichtshalber Sauerkraut und Spinat, da diese Gemüse größere Mengen Histamin enthalten.
  • Achten Sie bei Beerenfrüchten darauf, dass diese keine Schimmelsporen enthalten.
  • Verwenden Sie möglichst Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. So vermeiden Sie Pestizide, die Sie zusätzlich belasten können. Zudem sind sie reicher an Mineralien, denn Sie müssen sie nicht schälen und nehmen deshalb auch die Mineralien auf, die sich direkt unter der Schale befinden.

Weitere ausführlichere Informationen zum Thema Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten finden Sie auch in meinem Buch basenfasten – die wacker-methode®. Ich nenne das Buch auch gerne meine „basenfasten Bibel“, da dort alle Aspekte meiner Erfolgsmethode beleuchtet werden. Hier findet man sehr viel Wissen, Hintergrundinformationen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die den Zusammenhang von einer säurehaltigen Ernährung und Krankheiten verdeutlichen.

Ich hoffe, damit konnte ich Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer basenfasten Kur!

Foto: Fresh fruit salad for a healthy diet © exclusive-design – Fotolia.com

4 Beiträge zu “Sabine Wacker antwortet: basenfasten bei Fruktoseintoleranz?”

  1. Cornelia Staege sagt:

    Hallo Frau Wacker,

    ich bin 54 Jahre und seit 2011 als Diabetiker Typ 2 eingestuft.
    Nun habe ich mich lange mit gesunder Ernährung beschäftigt und mich zu einer kompletten Umstellung auf die basenüberschüssige entschieden.
    Zunächst möchte ich in Kürze in meinem Urlaub ein bis zwei Wochen Basenfasten durchführen, ehe ich dann gesund durchstarte.
    [aus Gründen der Diskretion gekürzt]
    Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüße sendet Ihnen
    Cornelia Staege

    • superoelk sagt:

      Liebe Frau Staege,

      bitte haben Sie Verständnis dafür, dass zu spezifischen therapeutischen Fragen in unserem Blog leider keine individuelle Beratung anbieten können. Für eine umfassende Beratung, vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Praxis unter 0621-841155.
      Vielen Dank.

      Herzliche Grüße,
      das basenfasten Team

  2. Trabold Angelika sagt:

    Hallo Frau Wacker,

    meine Frage wäre, ob Carobpulver mit Mandelmilch am Morgen beim Basenfasten erlaubt ist?

    Ich würde viel öfters Basenfasten, wäre da nicht dieser Kaffeeverzicht,
    der mir doch extrem schwer fällt.

    Viele Grüße und herzlichen Dank für Ihre Antwort

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