So wichtig sind Bitterstoffe für eine gute Verdauung

Am 24. November 2019 von

Spricht man über Bitterstoffe, dann denkt man sofort an verdauungsfördernde Elixiere und Magenbitter. Auch Heilpflanzen wie Wermut, Enzian und Tausendgüldenkraut kommen dem ein oder anderen in den Sinn. Dabei sind Bitterstoffe in unterschiedlicher Konzentration in allen Gemüsesorten, Kräutern und Gewürzen enthalten und tragen wesentlich zu unserem Wohlbefinden bei.

Rucola enthält viele Bitterstoffe

Bitterstoffe: Gut für Magen, Galle, Leber und gegen Entzündungen

Bitterstoffe sind Inhaltsstoffe von Pflanzen, die einen bitteren Geschmack aufweisen. Sie regen über Bitterstoffrezeptoren, die sich im gesamten Verdauungstrakt befinden die Speichel- und Magensaftsekretion sowie die Produktion von Gallen- und Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit an. Sie erleichtern damit die Verdauung und beugen Verdauungsbeschwerden vor. Bitterstoffe finden sich Magenteemischungen – auch Leber-Gallen-Tees enthalten Bitterstoffe. Ihre Bedeutung geht aber weit über ihre verdauungsfördernde Wirkung hinaus.

Sie wirken krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell. Bitterstoffe weisen zudem eine antimykotische Wirkung auf – d.h. dass sie gegen einen zu starken Pilzbefall (meist im Darm) wirken.

Eine optimal zubereitete Mahlzeit weist alle vorkommenden Geschmacksrichtungen auf: süß, salzig, sauer, scharf, herb und bitter. Im Ayurveda nennt man diese Geschmacksrichtungen Rasas und sagt, jedes Gericht muss alle 6 Geschmacksrichtungen enthalten, um ausgewogen zu sein, damit man sich satt fühlen kann. Die Geschmacksrichtung „bitter“ bremst dabei das Heißhungergefühl und wirkt gleichzeitig verdauungsanregend. Dennoch ist es nicht sinnvoll, sich nur mit Bitterstoffen zu ernähren – es kommt immer auf ein ausgewogenes Verhältnis an. Die asiatische Küche mit ihren vielfältigen Gewürzen ist unserer deutschen Küche hier um Einiges voraus. Wir haben unsere Geschmackssensoren über Jahrzehnte mit zu viel Zucker, Salz und Ähnlichem abgestumpft.

Beim basenfasten geht es mir sehr darum, wieder geschmackssensibler zu werden. Ich lege dabei viel Wert auf die Verwendung von frischen Zutaten und den vielfältigen aber schonenden Einsatz von Gewürzen und reduziere das reine „Salzen“, damit der Eigengeschmack des Gemüses wieder erspürt werden kann. Damit erspare ich mir das stundenlange Wälzen von Büchern über die Geschmacksrichtungen und spüre selbst, wenn mein Verdauungstrakt und meine Leber nach Bitterstoffen rufen und bereite mir dann einen Radicchio- oder Endiviensalat zu.

Ich finde es immer wieder prima, wenn mir Menschen diese Rückmeldungen geben und sich über ihre wiedergewonnenen Geschmacksempfindungen freuen.

Bitterstoffe in der basischen Ernährung

Basische Ernährung ist, wenn sie abwechslungsreich ist, besonders reich an Bitterstoffen, denn hier dreht sich alles um den Verzehr von Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen.

Vor allem die deutlich bitter schmeckenden Salat- und Gemüsesorten wie Chicorée, Radicchio, Trevisano, Endivien, Puntarella und Löwenzahn sind wegen ihrer Bitterstoffe bekannt. Viele Menschen mögen Bitterstoffe nicht, weshalb sie inzwischen aus vielen Gemüsesorten herausgezüchtet werden, damit das Gemüse milder schmeckt. Bitterstoffe sind aber auch in nicht bitter schmeckenden Gemüsesorten wie Brokkoli, Rucola und Stängelkohl enthalten und auch Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Grapefruit enthalten Bitterstoffe.

Reich an Bitterstoffen: Kurkuma

Zahlreiche Gewürze enthalten Bitterstoffe, manche von ihnen zusätzlich Scharfstoffe wie Ingwer, Curcuma und Galgant. Ingwer ist wegen seiner Kreislauf stabilisierenden Eigenschaften und seiner verdauungsfördernden Wirkung gerade bei basenfasten sehr beliebt. Das in Curcuma enthaltene Curcumin wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Vielleicht einer der Gründe, warum die sogenannte Goldene Milch immer beliebter wird.

Bitterstoffe: Gedünsteter Treviso an lauwarmen Navette & Shiitake Pilzen

Gedünsteter Treviso an lauwarmen Navette & Shiitake Pilzen

Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Portionen 2 Personen

Zutaten

  • 1 Treviso
  • 100 g Shiitake Pilze
  • Petersilie
  • 2 Navette
  • Orangensaft
  • Olivenöl
  • Kräutersalz
  • weißer gemahlener Pfeffer

Anleitungen

  • Die Shiitake Pilze säubern. Die Navette schälen und in mundgerechte Spalten schneiden.
  • Den Treviso Salat in Viertel schneiden.
  • In einer Pfanne etwas Olivenöl erwärmen. Die Shiitake Pilze darin anbraten. Den Treviso und die Navette mit in die Pfanne geben und kurz mit anbraten. Alles mit Orangensaft ablöschen. Mit Salz und Pfeffer würzen und den Orangensaft in der Pfanne reduzieren.
  • Alles auf einem Teller liebevoll anrichten.
  • Guten Appetit.

2 Beiträge zu “So wichtig sind Bitterstoffe für eine gute Verdauung”

  1. Raeder ursula sagt:

    Sammle taeglich Loewnzahnblaetter und mische sie in meinen Chicoreesalat ist bestensr

    • Nicole Hage-Baltrusch sagt:

      Liebe Ursula,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Wir freuen uns sehr, dass Ihnen Löwenzahn so gut schmeckt und Sie die Wirkung des Löwenzahn zu schätzen wissen.
      Vor einiger Zeit haben wir hier auch einen tollen Beitrag zu dem Thema veröffentlicht.

      Herzliche Grüße
      Ihr Wacker Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit Absenden des Formulars stimmen Sie unseren Datenschutzhinweisen zu.