Warum 3 Tage für eine basenfasten Kur zu kurz sind

Am 24. Juli 2017 von

Mal eben schnell basisch entspannen, am besten für 3 Tage übers Wochenende. Macht das Sinn und bringt das überhaupt etwas?

Besser Sie planen für Ihre basenfasten Kur mindestens eine ganze Woche ein. Erfahrungsgemäß setzen bei den meisten Menschen die Entspannungseffekte erst nach dieser Zeit so richtig ein. Viele fühlen sich dann so wohl, dass sie die Kur gerne von sich aus weiter verlängern. Aber auch andere Gründe sprechen dafür die Kur für eine Woche zu planen:

Entzugserscheinungen durch Kaffeestopp

Cappuccino

Wer nicht daran gedacht hat, seinen Kaffeekonsum vor der basenfasten Kur einzuschränken, wird womöglich die ersten paar Tage mit Entzugserscheinungen zu kämpfen haben. Bei vielen Menschen treten nach dem Weglassen der gewohnten Tasse Kaffee vor allem die typischen Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit auf. Verantwortlich dafür ist das enthaltene Koffein, welches sich durch seine Wirkung auf Gehirn und Nervensystem auszeichnet. Die starke Wirkung auf die Gefäße und auf den Kreislauf kann zur Folge haben, dass es während des Entzugs zu Blutdruckabfall, zu Schwindel, zu Antriebslosigkeit und zu Kopfschmerzen kommt. Die Entzugserscheinungen treten am ersten Tag nach Weglassen des Kaffees am intensivsten auf und lassen dann die nächsten 2-3 Tage nach. Dies gilt übrigens auch, wenn Sie bisher nur 1 bis 2 Tassen Kaffee pro Tag trinken.

Aber vom Kaffee-Entzug kann auch das Verdauungssystem betroffen sein. Das Verdauungssystem funktioniert gerade bei Menschen mit einem hohen Kaffeekonsum oft nur noch mit dessen Hilfe. Viele davon kennen das Gefühl eines verstopften Darmes so gut wie gar nicht, nicht etwa weil sie so eine gute Verdauung haben sondern, weil der Kaffee wie eine Art Abführmittel wirkt. Diese Wirkung lässt nach, sobald der Kaffeegenuss eingestellt wird und der Darm plötzlich ohne sein jahrelang konsumiertes Abführmittel dasteht. Verständlicherweise reagiert dieser nicht selten dann mit einer Verstopfung. Man geht davon aus, dass es die ersten paar Tage dauert, bis der Körper sich umgestellt hat. Dabei kann der Wirkungseintritt und die Abbauzeit des Koffeins sehr schwanken und ist zudem abhängig vom Stoffwechseltyp. Koffein ist nicht nur in Kaffee zu finden, auch in schwarzem, grünem und weißem Tee ist Koffein enthalten, ferner in Matetee- und natürlich in Colagetränken und Energy Drinks. Deshalb empfiehlt es sich, die basenfasten Kur mindestens eine Woche abzuhalten, da Sie erst nach dem Entzug die Kur richtig genießen können.

Noch besser: beginnen Sie drei Tage vor Ihrer basenfasten Kur mit dem Kaffeeentzug! (Siehe auch: Die häufigsten Fehler beim basenfasten)

Geschmacksnerven auf Neustart setzen

Salat mit Sprossen

Gewürze und Salz werden während der basenfasten Kur nur sparsam eingesetzt, innerhalb dieser Zeit können sich Ihre Geschmackssnerven wieder neutralisieren, dazu ist eine Woche basenfasten natürlich optimal. Der Geschmackssinn braucht nämlich etwas Zeit um sich umzugewöhnen. Wer sich immer nur von säurelastiger Kost und viel Convenience Food ernährt hat, dessen Geschmacksnerven sind eher eine starke Würze und künstliche Aromen gewöhnt. Es muss also erstmal wieder neu erlernt werden, wie naturbelassenes Essen schmeckt. Das funktioniert am besten, indem man die Geschmacksnerven trainiert.

Anstelle von Salz werden während der basenfasten Woche vorwiegend Gewürze und Kräuter zum Verfeinern der Gerichte eingesetzt. Da Ihre Geschmacksnerven lernfähig sind, schmecken Ihnen die Speisen nach einer Woche genauso gut, nur mit weniger Salz. Die Geschmacksnerven reagieren dann wieder viel empfindlicher auf Salz, Zucker oder künstliche Aromen und Ihnen werden in Zukunft schon kleine Mengen davon ausreichen. Dabei spielt auch Ihre Gewohnheit eine große Rolle. Diese Gewohnheit werden Sie schlecht in kurzer Zeit ablegen können, aber eine Woche basenfasten sind schon mal ein guter Anfang, um in die leckere Obst- und Gemüsewelt hineinzuschnuppern und ein gesundes Maß an Würze kennen zulernen. Mit der Zeit lernen Sie dann den neuen gesunden Geschmack durchaus zu schätzen.

Körper braucht Zeit zum Entspannen

Wenn sich bei Ihnen viele saure Essgewohnheiten, Stress, wenig Schlaf und Bewegungsmangel breitgemacht haben, dann planen sie besser eine Woche für Ihre basenfasten Kur ein. Eine Woche ist lediglich das Minimum, wenn der Körper gereinigt werden soll, da es erst nach dieser Zeit zu einer wirklich effektiven Entspannung kommen kann. Wenn Sie sich nämlich jahrelang von zu vielen Säurebildnern ernährt haben, dann hat Ihr Körper die überschüssigen Säuren, die er nicht mehr ausscheiden konnte, so lange im Körper zwischengelagert, bis er die Möglichkeit hat, sie loszuwerden.

Zwischenlagerstätten sind beispielsweise das Bindegewebe (wodurch die gefürchtete Orangenhaut entstehen kann) oder die Gelenke. Wenn Sie alle Säurebildner für ein oder zwei Wochen verbannen, dann entlasten Sie damit Ihren Stoffwechsel so sehr, dass er anfängt, die eingelagerten Säuren und die andere unbrauchbaren Stoffwechselabfälle wie ein Übermaß an Eiweiß, Fett und Purinen, aber auch Schwermetalle aus der Nahrung, auszuscheiden. In Folge der verstärkten Säureausleitung können dann gerade zu Beginn der Kur entspannungsbedingte Symptome auftreten. Diese treten meist in den ersten Tagen der Kur auf und verschwinden nach drei bis vier Tagen von allein. Diese Anzeichen bedeuten meist nur, dass die Kur anspricht, der Stoffwechsel mobilisiert und der Körper von Säuren befreit wird.

Je länger Sie schon an einer chronischen Krankheit leiden und je mehr Beschwerden und Krankheiten Sie haben, umso wahrscheinlicher merken Sie die Entspannungssymptome, auch wenn es meist nur leichte sind. Nach wenigen Tagen sind diese dann vorbei und bereits nach einer Woche sind die positiven Entspannungseffekte erfahrungsgemäß oftmals schon sichtbar und spürbar: Sie fühlen sich fit und ausgeglichen und leistungsfähig. Die Haut wird strahlender, man fühlt sich vitaler und leistungsfähiger, die Verdauung wird angekurbelt und der Kopf ist klarer.

Zeit für die Darmreinigung

Wie wohl Sie sich während Ihrer basenfasten Kur fühlen hängt auch davon ab, ob Sie während dieser Zeit regelmäßig eine Darmreinigung durchführen. Zur basenfasten Kur empfehle ich nicht ohne Grund immer eine Reinigung des Darms mit einem Irrigator. Es ist der erste Schritt überhaupt, um Ihren Körper aufzuräumen. In den Tiefen der Darmschlingen hängen nämlich mehr unverdaute Reste, als man glaubt. Und die können in Verbindung mit dem vielen Obst- und Gemüse, das nun in der basenfasten Woche in den Darm gelangt, für jede Menge Furore sorgen und das schon mal gerne in Form von Blähungen.

Wenn bei Ihnen in der Küche Obst und Gemüse bisher lediglich ein Fremdkörper war, dann weiß vermutlich auch Ihr Darm nicht so recht, wie er es verdauen soll. Das gilt besonders dann, wenn Ihre Ernährung zuvor überwiegend aus raffinierten Produkten bestanden hat: aus Weißmehlprodukten wie Brot, Brötchen und Nudeln, aus raffiniertem Zucker, weißem Reis, Limonade und Süßigkeiten aller Art. Ihr Darm muss sich deshalb langsam an die neue Kost gewöhnen und das geht nicht einfach so mal eben übers Wochenende. Damit dem Darm die Umstellung auf die vielen gesunden und ballaststoffreichen Basenlieferanten leichter fällt, ist es von Vorteil ihn während einer basenfasten Woche zwei- bis dreimal zu reinigen. Also am Anfang, in der Mitte und am Ende. Eine Darmreinigung befreit den Darm von Stuhlrückständen, die den Stoffwechsel belasten können. Sie entspannt nicht direkt, unterstützt aber die Entspannung. Besonders hilfreich ist sie, wenn die Verdauung nicht optimal funktioniert, wenn die Darmentleerung unvollständig und unregelmäßig erfolgt und wenn häufig Blähungen auftreten. Besser also Sie geben sich eine Woche Zeit, um auch in Ihrem Darm Großputz aufzuräumen und Ihr Verdauungssystem an die veränderte Ernährung zu gewöhnen.

Gewöhnung an kleinere Portionsgrößen

Kartoffelsalat mit Pfifferlingen

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die gerne über eine gesunde Sättigung hinaus essen und dabei oftmals die Stopp-Signale Ihres Körpers überhören, dann spricht man schon längst nicht mehr von einer Wohlfühlmenge. Für viele Menschen stellt sich die Frage gar nicht, wann sie eigentlich satt sind, sondern Sie essen einfach bis sprichwörtlich gesagt „der Ranzen spannt“.

Die Gründe für die übermäßigen Portionen liegen meist darin, dass man sich einfach automatisch schon zu viel auf den Teller lädt und sich an große Portionen gewöhnt hat. Dabei muss man den Magen, so ähnlich wie Muskeln, trainieren, wenn man sich wieder mit kleineren Nahrungsmengen zufrieden geben will. Mit einer Woche basenfasten trainieren Sie automatisch Ihren Magen, mit kleineren Portionen auszukommen und er stellt sich dann auf diese Portionsgröße ein. So gewöhnt sich auch ein schon „überdehnter“ Magen langsam an die kleiner werdenden Portionen. Sie fühlen sich schneller satt, was natürlich für die Gesundheit, Verdauung und fürs Gewicht von Vorteil ist.

Zu wissen, wie groß die richtige Portionsgröße sein soll, ist gar nicht so einfach. Deshalb heißt es beim basenfasten: „Essen Sie so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig!“ Und wenn es noch so basisch ist, zu viel ist immer ungesund. Schnelles Essen ist ebenfalls nicht gerade förderlich für die Verdauung und man isst dabei auch gleich viel mehr, als wenn man langsam isst. Auf diese Weise verhindern Sie, dass Sie Ihr Essen hinunterschlingen und nicht merken, wann Sie eigentlich satt sind. Man spricht davon, dass sich die Sättigung erst nach 20 Minuten einstellt. Langsames essen, bewusstes genießen der Gerichte und gründliches kauen sind einige der Punkte beim basenfasten, die Sie auf den Weg zur richtigen Wohlfühmenge führen werden. Finden Sie also während der einen Woche basenfasten Ihre Wohlfühlmenge heraus und das geht am besten, wenn Sie sich nach ein paar Tagen an die angegebenen Portionsmengen gewöhnt haben.

basenfasten zum Abnehmen

Maßband

Wenn Sie basenfasten in erster Linie machen, um ein wenig an Gewicht zu verlieren, dann ist erfahrungsgemäß mindestens eine Woche ideal dafür. Durch zahlreiche Erfolgsmeldungen aus anderen therapeutischen Praxen, die mit basenüberschüssigen Ernährungsempfehlungen arbeiten, wissen wir, dass eine Gewichtsreduzierung durch basenüberschüssige Ernährung und mehr Bewegung auf jeden Fall funktionieren. Auch wenn basenfasten eigentlich primär dafür gedacht ist, den Körper zu entspannen, sind 1 bis 4 Kilo Gewichtabnahme während dieser Zeit eine für viele Menschen angenehme Begleiterscheinung.

In einer Woche werden Sie wesentlich mehr Ballast verlieren als Sie dies in 3 Tagen tun können. Auch können Sie Ihre Ess-, Trink- und Lebensgewohnheiten durch 1-2 Wochen basenfasten besser unter die Lupe nehmen und in Veränderung bringen. So verzeichnen wir mit basenfasten und der Zufuhr von 100 Prozent basischen Lebensmitteln oftmals dauerhafte Erfolge bei der Gewichtsreduktion unserer Patienten und Gäste. Denn basenfasten ist so ausgelegt, dass die Fastenden darin geschult werden, ihre Ernährung dauerhaft basischer zu gestalten.

Welche Lebensmittel sind basisch nach Wacker® und welche nicht? Das erfahren Sie kostenlos mit der basenfasten Einkaufshilfe.

Neue Ideen und Rezepte sammeln

basische Tapas

Gerade wenn Sie sich bisher nicht vorstellen konnten, wie eine kreative Gemüseküche aussieht, dann werden sie innerhalb einer Woche basenfasten begeistert feststellen, was man alles mit Obst und Gemüse so zaubern kann. Sie lernen in dieser Zeit viele neue Obst- und Gemüsevarianten kennen, die Sie aus Ihrem bisherigen Essenstrott herausholen werden. Genau diese Erfahrung macht es aus, warum eine Woche basenfasten so erfolgreich ist und es danach so einfach ist, die Weichen für ein gesünderes Leben zu stellen. Denn einmal entdeckt und reingeschnuppert in die leckere basische Küche, möchte man diese auf keinen Fall mehr missen. Bei den zahlreichen Rezepten können Sie mit einer Woche basenfasten einfach einen Genießerurlaub für Ihre Sinne einlegen.

Fotos: Melanie Draganis

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