Was spricht für Bio-Lebensmittel?

Am 24. Juli 2017 von

Häufig werde ich gefragt, ob es denn bei Lebensmitteln immer Bio sein muss?

Karotten, Aubergine, Paprika, Glattpetersilie und Champignons

Für mich selbst stellt sich diese Frage erst gar nicht. Ich finde nicht nur, dass Bio-Lebensmittel besser schmecken, sie sind sogar nachweislich gesünder und daneben gibt es noch eine ganze Reihe mehr an Argumenten die für Bio-Lebensmittel sprechen.

Beim basenfasten oder einer basenreichen Ernährung geht es vor allem um die Aufnahme von Lebensmitteln, die einen hohen Anteil an basischen Mineralstoffen besitzen und dazu gehören vorwiegend fast alle Obst und Gemüsesorten. Im Laufe der letzten Jahre hat sich allerdings der Mineralstoffanteil bei pflanzlicher Kost verringert. Ursachen dafür finden sich in der konventionellen Landwirtschaft wieder. Denn um ertragreicher und kostengünstiger anbauen zu können, werden immer mehr Schadstoffe bei der Landwirtschaft eingesetzt.

Wenn man die konventionelle mit der ökologischen Landwirtschaft vergleicht, werden einem die Unterschiede deutlich.

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In der konventionellen Landwirtschaft werden die Äcker meist einseitig gesät. Es wird immer nur eine bestimmte Pflanze angebaut und geerntet. Der Boden wird dadurch ausgelaugt und die natürlichen Nährstoffe gehen somit teilweise verloren. Die Bauern versuchen zwar, dem entgegen zu steuern, indem sie die Felder mit Kunstdünger tränken. Gleichzeitig muss aber beim Einsatz von Kunstdünger die Aussaat geschützt werden und dafür wird wiederum Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel gespritzt. In unserem Obst und Gemüse verbleiben diese Mittel dann als giftige Rückstände, die wir mitessen. Für die Neutralisierung und Ausleitung dieser Schadstoffe muss unser Organismus einiges tun und seinen Großteil an aufgenommenen Antioxidantien dafür verbrauchen.

Dagegen setzen Biobauern beim Düngen des Ackers auf natürlichen Tiermist und bauen unterschiedliche Pflanzen an. Dem Boden werden also nicht einseitig Nährstoffe entzogen, er kann sich wieder erholen und bleibt auf natürliche Weise weiterhin fruchtbar. In einigen Biobetrieben werden sogar durch die Berücksichtigung zeitlicher Rhythmen wie der Mondphasen und Tageszeiten die Qualitäten der Pflanzen auf natürliche Weise optimiert.

Feld

Somit ist pflanzliche Kost aus kontrolliertem biologischem Anbau nachweislich basenreicher als Ware aus konventionellem Anbau, da sie anteilig mehr Mineralstoffe enthält. Ebenso lassen die Biobauern ihren Pflanzen bis zur Ernte mehr Zeit zum Reifen. Erst wenn das Bio-Obst und Bio-Gemüse soweit gereift ist, dass es sein volles Aroma entfalten kann, wird es geerntet. Glauben Sie nicht? Probieren Sie es aus. Sie werden den Unterschied schmecken. Spätestens nach einer siebentägigen basenfasten Kur ist Ihr Geschmacksempfinden in der Regel so verfeinert, dass Ihnen ein konventioneller Apfel überhaupt nicht mehr schmeckt.

Denn je länger Wurzeln in der Erde oder Früchte am Baum hängen bleiben, desto mehr Nähr- und Farbstoffe können sie entwickeln. Man nennt sie auch sekundäre Pflanzenstoffe. Die Aufnahme dieser Stoffe ist sehr wichtig, da sie unseren Körper vor Erkrankungen schützen können. Wenn Sie also auf Bio setzen und reifes Obst und Gemüse aus der Region bevorzugen, am besten frisch vom Markt, erhalten Sie die Nährstoffe, die Sie brauchen und müssen nicht aus Angst vor Mangelerscheinungen auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Auch bei der Produktion von Fleisch gehen Biobauern einen besseren Weg. Statt die Tiere in riesigen Ställen eng nebeneinander einzupferchen, ermöglichen sie ihren Hühnern, Rindern oder Schweinen den Auslauf in der freien Natur. Auf Bio-Höfen wird darauf geachtet, dass nur so viele Tiere gehalten werden, wie das Land versorgen kann und wie viel der Boden an Gülle verkraften kann.

Schafweide

Selbst Jungtiere dürfen länger bei ihren Müttern bleiben, als dies normalerweise der Fall ist. Bei der Fütterung werden die Tiere nicht gemästet, sondern sie erhalten hauptsächlich biologisch angebautes Futter frei von chemischen oder synthetischen Zusätzen.

Die Verwendung von Lebensmittel aus biologischem Anbau ist aber nicht nur eine Sache des Geschmacks, sondern wer die natürlichen Ressourcen nachhaltig schützen möchte, der greift lieber zu Bio. Boden, der biologisch dynamisch bewirtschaftet wird, bietet weiterhin Lebensräume für vielfältige Tierarten. Bisweilen hat man längst den Verdacht, dass das massenweise Aussterben von Bienen und Hummeln im direkten Zusammenhang mit dem stärkeren Einsatz von Pflanzen- und Düngeschutzmitteln steht. Auch für eine bessere Reinhaltung unseres Grund- und Oberflächenwassers wird bei Verzicht auf chemische-synthetische Pflanzenschutzmittel gesorgt. Beim Klimaschutz kann die Bio-Landwirtschaft ebenfalls punkten. Es fallen jährlich weniger CO2-Emissionen an, die bei der Produktion, Lagerung und dem Transport von Lebensmittel produziert werden und verantwortlich sind für die steigende Erderwärmung. Hier deutlich, dass Landwirtschaft sozusagen im Einklang mit der Natur betrieben wird und nicht gegen sie.

Aber nicht bei allem, wo Bio drauf steht, ist auch wirklich Bio drin. Wenn Sie beim Einkauf sicher gehen wollen, dann kaufen Sie Ihre Bio-Lebensmittel lieber im heimischen Bioladen oder am besten direkt auf einem Biohof ein. Wenn Sie Ihren Einkauf direkt bei Bio-Erzeuger tätigen, dann können Sie sich gleich selbst von den dortigen Produktionsbedingungen überzeugen lassen. Somit können Sie sich sicher sein, dass Ihre Ware frisch ist und zuvor keinen langen Transportweg hinter sich hatte. Gekennzeichnet sind Bioprodukte hierzulande mit speziellen Bio-Siegeln. Aber nicht alle Bio-Siegel garantieren auch für gleiche Richtlinien beim Anbau. Sie sind von Siegel zu Siegel recht unterschiedlich.

Gerade Discounter haben seit einiger Zeit Bio-Produkte für sich entdeckt, da Sie eine weitere gewinnbringende Einnahmequelle sind. Diese Produkte erfüllen jedoch nur die Mindestanforderungen, die von der EU-Verordnung festgelegt wurden. Wer sicher gehen will, dass das Fleisch auf seinem Teller von Tieren aus artgerechter Haltung stammt und dass sein Gemüse weitestgehend frei von Pestiziden ist, der greift zu Bio-Produkten mit den Siegeln von Demeter, Naturland und Bioland. Sie alle erfüllen ebenfalls die Vorgaben nach der EG-Ökoverordnung und ihre Regeln gehen noch weit darüber hinaus. Seit einigen Jahren ist für alle Lebensmittel aus ökologischem Anbau das europäische Bio-Siegel mit einem grünen Blatt aus Sternen verpflichtend. Das deutsche Bio-Siegel, ein grünes Sechseck mit der Aufschrift Bio nach EG-Öko-Verordnung, basiert auf den gleichen Rechtsgrundlagen.

Deutsches und EU-BiosiegelEU-Biosiegel und Bioland-Siegel

Dagegen sind Bezeichnungen wie „kontrollierter Anbau“, „alternativ“ oder „natürliche Herstellung“ keineswegs eine Garantie für Bio-Produkte.

Nur eins sollte Ihnen klar sein: die Verwendung von Bio-Lebensmittel verhilft Ihnen nicht automatisch zu einer gesünderen Ernährungsweise. Zwar haben Sie mit Bio-Schokolade etwas Nachhaltiges für die Umwelt getan, aber in ihr stecken, wie in herkömmlicher Schokolade auch, Zucker und Fette – und das nicht zu knapp.

Tipp: Besuchen Sie eines unserer basenfasten Biohotels, dort genießen Sie Ihre basenfasten Kur mit 100% biologisch erzeugten Lebensmitteln.

Fotos: Melanie Draganis

3 Beiträge zu “Was spricht für Bio-Lebensmittel?”

  1. Danke für den ausführlichen Beitrag. Meine Freundin ernährt sich seit zwei Jahren nur noch von Bio-Produkten. Da sie diejenige ist die ständig für uns kocht, hat sie mich mittlerweile dafür begeistert. Daher werde ich vermutlich das ein oder andere Mal mit ihr zum Bioladen gehen. Gut das man im Internet diesbezüglich genug Informationen findet.

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