Weizengras: Das basische Superfood für Ihr Wohlbefinden

Am 12. September 2017 von

Weizengras zählt schon lange als altbewährtes Heil- und Nahrungsmittel und ist aufgrund seines hohen Gehalts an Chlorophyll und unzähligen weiteren Vitalstoffen ein echtes Superfood.

Weizengras

Was ist Weizengras?

Weizengras ist das junge Gras der Weizenpflanze und wird am besten bei einer Wuchshöhe von 10 bis 15 cm geerntet, denn da besitzt es die meisten Nährstoffe. Neben Weizen gehören sowohl Roggen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais als auch Reis zur Pflanzenfamilie der Süßgräser. Da die Grashalme des Weizengrases zu faserig sind und dadurch für Menschen nur bedingt verwertbar sind, wird daraus lieber Saft gepresst oder es wird zu Pulver verarbeitet.

Geschichtlicher Hintergrund von Weizengras

Bereits vor tausenden von Jahren war man sich schon bewusst, dass Gräser heilende Kräfte haben und setzte diese auch gezielt für den medizinischen Gebrauch ein. So verwendeten schon vor 2.000 Jahren die Essener und die Druiden die jungen Gräser, um sich deren heilenden Eigenschaften zunutze zu machen. Das Gras wurde bereits damals nicht nur als Nahrungsmittel beschränkt, sondern hatte auch eine große Bedeutung als Heilmittel für verschiedene Beschwerden und Krankheiten. Auch im antiken China pflegte man Grassäfte als blutreinigendes und stärkendes Mittel zur Frühjahrskur einzunehmen. Selbst in Mittelamerika nutzten die Indianer den Saft aus Weizengras um bei verschiedenen Heilprozessen die Wundheilung zu verbessern.

Die Entdeckerin des Weizengrassaftes

Weizengras ist also in der Geschichte nicht völlig neu. Er verschwand jedoch einige Zeit von der Bildfläche. Erst die sogenannte „Mutter der lebendigen Nahrung“ wie sie gern betitelt wird – Ann Wigmore – rückte vor knapp 40 Jahren die natürliche Kraft des Weizengrassaftes wieder in den Vordergrund. Aufgrund einer Krebserkrankung im Alter von zweiundfünfzig Jahren verschrieb sie sich ganz der Erforschung der „lebendigen Nahrungsmittel“. Sie bezwang mit ihrem selbst entwickelten Lebensprogramm, in dessen Mittelpunkt Weizengras steht, die Krebserkrankung und veröffentlichte hierzu ihr Wissen in einem Buch „The Wheatgrass Book“.

Weizengras enthält kein Gluten

Sicherlich werden Sie sich jetzt auf einmal wundern, dass Weizen als Superfood gilt. Schließlich wird der seit einiger Zeit regelrecht verteufelt und bei vielen neuen Ernährungsformen bereits aus dem Speiseplan gestrichen. Wer schon basenfasten kennt, weiß auch dass Weizen in gekeimter Form völlig andere Eigenschaften aufweist als verarbeiteter Weizen, der zum Brot backen verwendet wird. Denn in den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion soweit fort, dass der Weizen immer weiter verändert wurde und nur noch wenig gemeinsam mit dem Urkorn hat, welches die Menschen vor 100 Jahren zu sich genommen haben. Dadurch gerät das reife Weizenkorn mit seinen enthaltenen Gluten mittlerweile immer mehr in Verruf krank zu machen. Hingegen ist junges Weizengras frei von Gluten und besitzt zudem viele gesundheitsfördernde Eigenschaften.

Gesundheitliche Wirkung von Weizengras

Dem grünen Superfood werden viele gesundheitliche Wirkungen nachgesagt. So soll der regelmäßige Verzehr von Weizengras gesunde Zähne fördern, für eine bessere Regulierung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels sorgen, beim Abnehmen helfen, entzündungshemmend wirken, die Wundheilung verbessern und bakterielle Infektionen verhindern. Man könnte die Liste beliebig erweitern. Aber was macht denn das Weizengras so gesund?

Gesunde Inhaltsstoffe

Das Gras enthält zahlreiche Nährstoffe, die für uns Menschen lebensnotwendig sind. Darunter sind die acht essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann und deshalb müssen wir sie mit der Nahrung aufnehmen. Aminosäuren dienen als Proteinbausteine, die wichtig sind für unzählige körpereigene Abläufe. Ein weiteres Plus für Weizengras ist der hohe Eisengehalt. Der Eisengehalt ist im direkten Vergleich zu Spinat um einiges höher. Genau genommen ist er laut den Nährwertangaben fünfmal so hoch wie bei Spinat und widerspricht damit allen Mythen vom Spinat als stärkstem Eisenträger. Damit sind wir aber noch nicht am Ende der Aufzählung. Weizengras enthält zudem noch 80 verschiedene Enzyme, die in vielerlei Hinsicht bei der Verdauung eine entscheidende Rolle spielen. Aber auch viel gesundes Pflanzeneiweiß sowie eine Unmenge anderer wichtiger Vitamine, beispielsweise B12-Vitamine, welches man nur selten in Pflanzen findet und die antioxidativ wirkenden Vitamine A,C und E, ergänzen die Aufzählung. Zudem liefert es Mineralien wie Zink, Calcium, Magnesium, Jod und Selen und viele mehr. Des Weiteren ist es eine natürliche Quelle für den Farbstoff Beta-Carotin, der dafür sorgt freie Radikale abzufangen und dadurch vor schädlichen Einflüssen schützt. Der enthaltene Wirkstoff Chlorophyll verleiht dem Gras nicht nur seine grüne Farbe, sondern kann helfen, Giftstoffe wie Schwermetalle und Ablagerungen von Medikamenten sowie Stoffe, die krebserregend sind, aus dem Körper zu transportieren. Aber auch die Produktion des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin wird verbessert und steigert damit die Sauerstoffversorgung im Körper. Somit ist das Bild vom gern genannten „Superfood“ abgerundet.

Weizengras ist basisch

Generell sind die meisten Obst- und Gemüsesorten basisch und haben die Fähigkeit, überschüssige Säure im Körper zu neutralisieren. Jedoch hebt sich Weizengras im Vergleich zu allen anderen grünen Gemüsesorten besonders hervor. Einer US-amerikanischen Studie zufolge sorgt der höhere Gehalt an basischen Mineralien dafür, dass die neutralisierende Wirkung erheblich stärker ist als bei verschiedenen anderen grünen Gemüsesorten wie beispielsweise Spinat oder Brokkoli.

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Studien mit Weizengras

Zu der Wirkungsweise von Weizengras wurden bereits verschiedene Studien in den USA durchgeführt. Untersuchungen des Memorial Sloan Kettering Krebszentrums konnten dabei eine gesundheitliche Wirkung von Weizengras nachweisen. Das Krebsforschungszentrum gehört zu den größten und ältesten privaten Einrichtungen in den USA. Dort wurde getestet, ob Weizengrassaft bei einer Chemotherapie gegen Krebs schwerwiegende Nebenwirkungen zu verhindern hilft.

Eine weitere Studie, die die positive Wirkung auf die Gesundheit mit Weizengras untersucht hat, ist eine Studie, die unter anderem im Scandinavian Journal of Gastroenterology veröffentlicht wurde. Dabei wurde festgestellt, dass eine Erkrankung mit einer chronisch-entzündlichen Dickdarmentzündung deutlich abklingt, wenn der Erkrankte regelmäßig Weizengrasextrakt zu sich nimmt. Bei der Studie wurden für den Zeitraum von einem Monat etwa 21 Patienten teils mit einem Placebo und teils mit 100 ml Weizengrassaft versorgt. Bei den Patienten, die Weizengrassaft einnahmen, heilten die unangenehmen Symptome darunter auch Blutungen, deutlich ab. Dieser Effekt wurde entweder verursacht durch den hohen Anteil an aufgenommen Antioxidantien im Gras oder die verstärkte basische Wirkung oder aber beide Effekte zusammen. Es wird jedoch kritisiert, dass die Studie durch die geringe Anzahl an Probanden als nicht allzu aussagekräftig wahrgenommen werden kann.

Frisches Weizengras selber züchten

Frisches Weizengras erhält man kaum im Handel. Sie können es aber selber züchten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich stelle Ihnen die Methode mit dem Vorkeimen vor.

Dafür brauchen Sie nicht mehr als eine Packung Bio-Weizensamen oder andere Gräsersorten, ein Keimglas, ein Wassersprüher und ein flaches Gefäß.

Als erstes sollten Sie die Weizensamen für ein paar Stunden in Wasser einweichen, hierzu verwenden Sie das Keimglas. Danach spülen Sie die nächsten zwei Tage das Glas mit Wasser aus und lassen es abtropfen. Wenn die Samen beginnen zu keimen, dann können Sie sie in einem flachen Gefäß mit Erde verteilen. Achten Sie darauf, die angekeimten Weizensamen möglichst gleichmäßig zu verteilen, sodass die gesamte Fläche der Erde vollständig bedeckt ist. Das Ganze decken Sie die nächsten zwei Tage mit einem Tuch ab und besprühen die Samen 2-3 mal täglich. Danach können Sie das Tuch wegnehmen und täglich verfolgen, wie schnell das Weizengras wächst. In etwa 2 Wochen, wenn das Gras die optimale Länge von 10-15 cm erreicht hat, können Sie es ernten und in Ihren Smoothie geben oder entsaften. Das Gras kann bei guter Pflege schnell wieder nachwachsen, so haben Sie immer etwas frisches Weizengras da.

Weizengras

Für alle anderen gibt es Weizengras in Pulverform, welches ebenfalls basisch ist. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass der Effekt bei frischem Weizengras höher sei.

Weizengraspulver

Probieren Sie doch auch einfach mal Ihren Frühstücks-Smoothie mit Weizengras aus! Sie bereichern damit auf jeden Fall Ihre tägliche Nahrung mit zusätzlichen Vitalstoffen. Ich selbst mische gerne etwas von dem gesunden Gras in meinen Smoothie am Morgen und merke danach oft, wie energiegeladen ich im Laufe des Tages bin.

Trotz der vielfach genannten Gesundheitseffekte sollten Sie es jetzt mit der Einnahme nicht gleich übertreiben. Auch zu viel des Guten kann in diesem Fall ins Gegenteil umschlagen und zu Durchfall oder Übelkeit führen. Deshalb reicht es vollkommen aus, wenn Sie lediglich beim Entsaften ein kleines Schnapsgläschen rausbekommen oder eine Handvoll frisches Weizengras in Ihren Smoothie mixen. Beim Pulver wird lediglich 1 EL als Tagesdosis empfohlen.

Sie können es ja mal mit diesem hier probieren:

Weizengras-Power-Smoothie

Weizengras-Power-Smoothie

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Handvoll Weizengras
  • 1 Handvoll Spinat
  • 2 Orangen
  • 2 Bananen
  • 1 Stange Sellerie
  • 200 ml Quellwasser

Zubereitung:

Die Orangen schälen und auspressen. Die Bananen schälen. Spinat waschen und abtropfen lassen. Den Sellerie und das Weizengras waschen und mit den Bananen und dem Spinat in den Mixer geben. Den Orangensaft und das Quellwasser dazugeben und alles mixen.

Weizengras-Power-Smoothie

Fotos: Melanie Draganis