Dickmacher Kartoffel? Von wegen

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Kartoffeln beim Basenfasten

Wer auf seine Linie achtet, streicht die Kartoffel oft als Erstes vom Speiseplan, und das ist eigentlich schade, denn gekocht kommt sie auf rund 70 Kilokalorien pro 100 Gramm und damit auf nicht einmal halb so viel wie die gleiche Menge Nudeln.

Ihren Ruf als Dickmacher verdankt sie vor allem dem, was wir gern dazu servieren, von der Sahnesoße bis zum Frittierfett, in dem aus ihr Pommes werden.

Gerade jetzt lohnt sich ein zweiter Blick, denn von September bis in den Oktober hinein wird geerntet, und frisch aus der Erde schmecken Kartoffeln oft ein wenig nussiger als die, die im Frühjahr nach Monaten im Lager im Supermarkt liegen. Auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen findest du außerdem die größte Auswahl des ganzen Jahres, von den bekannten festkochenden Sorten bis zu violetten Knollen, die du vielleicht noch nie probiert hast.

Was in der Kartoffel steckt

Den größten Teil ihrer Energie liefert die Stärke, daneben enthält sie kaum Fett und ein wenig Eiweiß. Besonders erwähnenswert ist ihr Gehalt an Kalium, denn mit rund 400 Milligramm pro 100 Gramm gehört sie zu den Gemüsesorten, die hier einiges zu bieten haben. Außerdem enthält sie Vitamin C und Vitamin B6, dazu etwas Magnesium und Ballaststoffe.

Beim Vitamin C lohnt sich ein genauerer Blick, denn frisch geerntete Kartoffeln enthalten davon am meisten, und im Laufe der Lagerung nimmt der Gehalt nach und nach ab. Ein Grund mehr, sich gerade jetzt im Herbst an die neue Ernte zu halten. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle, weil Vitamin C und Kalium wasserlöslich sind und beim Kochen teilweise ins Wasser übergehen. Wenn du die Kartoffeln mit Schale garst, als Pellkartoffeln oder im Ofen, bleibt davon mehr in der Knolle erhalten.

Ist die Kartoffel ein Dickmacher?

Warum Kartoffeln beim Basenfasten dazugehören

Beim Basenfasten zählen Kartoffeln zu den Lebensmitteln, die ganz selbstverständlich auf den Teller kommen. Viele sind überrascht, wenn sie das zum ersten Mal hören, und das können wir gut verstehen, denn die Kartoffel galt bei uns lange als einfache Beilage, die neben Fleisch und Soße eher eine Nebenrolle spielte. Dabei hat sie viel mehr zu bieten, wenn man sie in den Mittelpunkt stellt. Mit etwas gutem Öl, frischen Kräutern und Gemüse der Saison wird aus ein paar Pellkartoffeln ein Essen, bei dem du nichts vermisst, und das ohne großen Aufwand in der Küche.

Dass die Kartoffel überhaupt zu uns gefunden hat, ist übrigens eine recht junge Geschichte. Ursprünglich stammt sie aus den Anden in Südamerika und kam im 16. Jahrhundert über Spanien nach Europa, wo man sie zunächst eher als Zierpflanze in botanischen Gärten hielt. In Preußen ordnete Friedrich der Große 1756 mit dem sogenannten Kartoffelbefehl an, dass die Knolle angebaut werden sollte, weil viele Bauern ihr anfangs misstrauten.

Kartoffeln

Festkochend oder mehlig, welche Sorte wofür?

Beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf den Kochtyp, denn der entscheidet darüber, wie sich die Kartoffel beim Garen verhält. Festkochende Sorten wie Linda, Annabelle oder Sieglinde behalten ihre Form und haben eine eher feste, glatte Konsistenz, deshalb eignen sie sich gut für Pellkartoffeln oder alles, wo die Kartoffel in Scheiben oder Würfeln erkennbar bleiben soll. Vorwiegend festkochende Sorten wie Laura oder Gala sind die Allrounder, mit denen du bei Ofenkartoffeln und Gemüsepfannen nichts falsch machst. Mehligkochende Sorten wie Adretta oder Afra zerfallen beim Kochen leichter und werden dabei schön locker, was du dir bei Püree zunutze machen kannst.

Auf dem Markt lohnt es sich auch, nach alten oder weniger bekannten Sorten zu fragen. Violette oder rotschalige Kartoffeln sehen nicht nur hübsch aus, sie unterscheiden sich oft auch spürbar im Geschmack, und gerade in einer Fastenwoche, in der du bewusster isst, macht es Freude, solche Unterschiede zu entdecken. Wir haben dabei schon so manche Sorte gefunden, die wir vorher gar nicht kannten.

Kartoffeln und Brokkoli

Frühkartoffel oder Lagerkartoffel?

Neben dem Kochtyp begegnet dir im Handel noch eine zweite Unterscheidung, nämlich die zwischen Frühkartoffeln und Speisekartoffeln aus der Haupternte. Frühkartoffeln werden ab Ende Mai geerntet, noch bevor die Knolle ganz ausgereift ist, deshalb ist ihre Schale so dünn, dass du sie oft einfach mit den Fingern abreiben kannst. Dafür halten sie sich nur wenige Tage und sollten möglichst bald in den Topf. Die Kartoffeln aus der Haupternte im Herbst dürfen dagegen im Boden vollständig ausreifen und bilden dabei eine festere Schale, die sie vor Verletzungen und Austrocknen schützt. Das macht sie lagerfähig.

Richtig lagern, damit du lange etwas davon hast

Kartoffeln mögen es dunkel, kühl und trocken, ideal sind etwa 4 bis 8 Grad, wie in einem Keller oder einer kühlen Speisekammer. Der Kühlschrank ist dagegen zu kalt, weil ein Teil der Stärke dort in Zucker umgewandelt wird und die Kartoffeln dann leicht süßlich schmecken. Lagere sie am besten auch nicht direkt neben Äpfeln, denn die geben ein Reifegas ab, das die Kartoffeln schneller keimen lässt.

Muss man Kartoffeln schälen?

Ob du deine Kartoffeln schälst oder nicht, ist in vielen Fällen einfach eine Frage des Geschmacks. Die Schale ist grundsätzlich essbar, und gerade bei frischen Kartoffeln aus der neuen Ernte ist sie so dünn und zart, dass du sie beim Essen kaum bemerkst. Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln mit Schale haben außerdem einen etwas kräftigeren, erdigeren Geschmack, und du sparst dir eine Menge Arbeit in der Küche. Wichtig ist nur, dass du die Kartoffeln vorher gründlich unter fließendem Wasser abbürstest, damit keine Erde mehr an der Schale haftet.

Ein bisschen genauer hinschauen solltest du bei älteren Kartoffeln, die schon länger gelagert wurden. Der natürliche Pflanzenstoff Solanin sitzt vor allem in und direkt unter der Schale und reichert sich besonders in grünen Stellen und Keimen an. Deshalb empfiehlt es sich, grüne und keimende Stellen großzügig zu entfernen und ältere oder beschädigte Kartoffeln vor dem Essen zu schälen.

Für den Alltag heißt das, dass du bei frischen, festen Kartoffeln ohne grüne Stellen ruhig zur Schale greifen kannst, während du bei Knollen, die schon seit dem Winter im Keller liegen, lieber zum Sparschäler greifst.

Kartoffeln mit Dill

Ein paar Ideen für deinen Teller

Am schlichtesten und für uns auch am schönsten sind Pellkartoffeln mit gutem Leinöl und frischem Schnittlauch. Im Ofen gebacken, halbiert und mit etwas Olivenöl, Rosmarin und Salz bestrichen, bekommen sie eine knusprige Oberfläche, die gut zu gedünstetem Wurzelgemüse passt. Und an kühlen Tagen ist eine Kartoffelsuppe mit Lauch und Karotten genau das Richtige, wenn du abends etwas Warmes möchtest.

Unkompliziert Basenfasten

Du würdest gerne basenfasten, aber im Alltag fehlt dir die Zeit, stundenlang im Internet nach passenden Rezepten zu suchen und dich durch Listen zu arbeiten, was nun basisch ist und was nicht?

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Bildquellen:

Titelbild Kartoffeln mit Kochtopf: Pixabay, congerdesign, #544073
Pellkartoffeln mit Dill: Pixabay, jameshills, 2652561
Kartoffeln und Brokkoli: Pixabay, congerdesign, #7057553
Bunte Kartoffeln: Pixabay, avakaphoto, #6399454
Kartoffeln Sparschäler: Pixabay, dapurmelodi, #2976968

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