Natürlich gesund mit rohem Kakao

Am 12. Juli 2017 von

Gute Nachricht für alle Naschkatzen! Zwar gilt herkömmliche Schokolade als ungesunder Dickmacher, im Gegensatz dazu ist roher Kakao trotz vieler Kalorien sehr gesund. Er zählt zwar zu den gesunden Säurebildnern, dennoch ist er für eine basenreiche und abwechslungsreiche Ernährung nach der basenfasten Kur zu empfehlen. Genau, deshalb wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Was rohen Kakao so gesund macht, dass er sogar zum Superfood gezählt wird, erfahren Sie hier:

Die Speise der Götter

Kakao - die Speise der Götter

Schon bei den Mayas und Azteken galt Kakao als sehr wertvoll, deshalb war dessen Genuss ausschließlich dem König, dem Adel und Kriegern vorbehalten. So kam der Kakao auch zu seinem anmutenden Namen „Theobroma“, was übersetzt so viel heißt wie die „Speise der Götter“. Aus alten Zeichnungen und Schriften geht hervor, dass diese den Kakao zu besonderen Anlässen am liebsten als Heißgetränk zu sich nahmen. Die Kakaobohnen wurden sogar von den Mayas und später auch von den Azteken als Zahlungsmittel eingesetzt.

Gewinnung von Kakao

Die rohen Kakaobohnen werden aus den Früchten des Kakaobaums gewonnen, welche aus dem Mittel-und Südamerikaraum stammen. Im Inneren der Kakaofrucht befinden sich neben dem süßen Fruchtfleisch auch die zahlreichen Samen-die Kakaobohnen. Sie sind während der Ernte noch weich und weiß. Erst später erhalten sie während der Trocknung durch regelmäßiges Wenden ihre dunkle braune Farbe.

Nur roher Kakao ist gesund

Zur Herstellung von Schokolade werden zwar Kakaobohnen verwendet, allerdings besitzen diese nicht mehr die Qualität und den Nährwertgehalt einer frischen und rohen Kakaobohne. Denn bei den vielen klassischen Schokoladenprodukten werden die Kakaobohnen unter Einsatz von hohen Temperaturen geröstet und verlieren dadurch ihre wertvollen Nährstoffe. Noch dazu werden gerade bei der Herstellung von Milchschokolade noch Zucker und Fette beigesetzt. Deshalb gilt, dass lediglich rohe Kakaobohnen, die nicht bei über 42 Grad erhitzt wurden und damit noch ihre wertvollen Inhaltsstoffe besitzen, als gesund.

Roher Kakao ist ein echtes Superfood

Roher Kakao enthält eine ganze Reihe an wichtigen Nährstoffen u.a. verschiedene Mineralien, Antioxidantien und essentielle ungesättigte Fettsäuren. Noch dazu werden beim Verzehr der braunen Bohne Glückshormone ausgeschüttet, die für eine besseres Wohlbefinden sorgen sollen. Kein Wunder also, dass regelmäßiger Kakao-Genuss gesundheitliche Vorteile mit sich bringen soll. Angeblich beugen die gesunden Inhaltsstoffen nicht nur Herz-Kreislauf-Krankheiten vor, sondern senken auch den Blutdruck, steigern die Energie und Konzentration und schützen so vor Erkrankungen wie Diabetes.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Erst einmal punktet Kakao mit einem sehr hohen Magnesiumanteil, anscheinend zählt die braune Bohne sogar zu einer der weltweit höchsten pflanzlichen Magnesiumquellen. Magnesium ist für die Erfüllung vieler wichtiger Aufgaben in unserem Körper zuständig. Es erhöht die Leistung des Gehirns, hilft bei der Regulierung des Stoffwechsels, übernimmt die Versorgung der Muskulatur mit der notwendigen Energie und ist essenziell für den Aufbau starker Knochen. Zusätzlich liefert roher Kakao reichlich lebenswichtige Antioxidantien, die helfen unsere Gesundheit zu erhalten. Antioxidantien schützen unsere Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale und bekämpften diese. Daneben ist roher Kakao eine sehr gute Calciumquelle. In 100 Gramm rohem Kakao sind etwa 160 mg Calcium enthalten, dagegen enthält 100 ml Milch ca. 125 mg Calcium. Calcium wird ausschließlich für den für den gesunden Aufbau und Erhalt der Knochen und Zähne benötigt. Auch der Eisengehalt kann sich sehen lassen, so liefern 100 Gramm schon doppelt so viel Eisen als Rind- oder Lammfleisch oder sogar Spinat. Eisen ist ein wesentlicher Faktor bei der Sauerstoffversorgung des Körpers und Bestandteil verschiedener Enzyme. Allerdings sollte man am besten eisenhaltige Lebensmittel in Kombination mit Vitamin C verzehren, um die Aufnahme und Wirkung im Körper zu gewährleisten. Unser Körpers benötigt für viele Funktionen auch Fette. Roher Kakao ist reich an den einfachen ungesättigten Fettsäuren, diese kann unser Körper nicht selbst herstellen, sondern wir müssen sie deshalb mit der Nahrung aufnehmen. Eines dieser Fette ist die Ölsäure, sie erhöht den „guten“ Cholesterinspiegel und sorgt gleichzeitig für eine gesunde Herzfunktion. Kein Wunder also, dass Kakao in seinem natürlichen und unbehandelten Zustand zum Superfood zählt.

Roher Kakao macht glücklich

Den Spruch haben Sie bestimmt auch schon gehört: „Schokolade macht glücklich!“ Und da ist auch wirklich etwas dran. Für das aufkommende Glücksgefühl sind verschiedene Neurotransmitter verantwortlich, diese sind auch in Kakao enthalten. Die Ausschüttung von ihnen wird bei regelmäßigem Verzehr von rohem Kakao gefördert und sorgt für positive Gefühle und mehr Wohlbefinden bei uns. Zu den enthaltenen Neurotransmittern zählen Serotonin, Endorphine, Phenylethylamin und Anandamid, die alle verschiedene Wirkungen in unserem Gehirn erzeugen. Von Endorphinen haben sie bestimmt schon mal gehört?! Sie sorgen für ein richtiges Hochgefühl, sodass man meint, man wäre in der Lage Berge zu versetzen. Dagegen wirkt Serotonin mehr wie ein Antidepressivum und hilft zum Beispiel Frauen bei prämenstruellen Beschwerden. Phenylethylamin wurde auch in Kakao gefunden und wird gewöhnlich bei Verliebten freigesetzt. Zudem macht es fitter und erhöht die Konzentration. Das letzte Glückshormon ist Anandamid. Es sorgt ebenfalls für mehr Ausgeglichenheit, Entspannung und Glückseligkeit.

Weitere Verwendung von rohem Kakao

Kakao

Roher Kakao wird nicht nur in ganzen Kakaobohnen, sondern auch als als Kakaonibs, als Kakaopulver oder zur Kakaobutter verarbeitet und angeboten. Gerade ganze Kakaobohnen werden zurzeit gerne als Knabberei auch mit Trockenfrüchten angeboten. Sie bekommen die braunen Kakaobohnen in vielen Bio-Läden oder online im Internet. Rohe Kakaobohnen schmecken sehr intensiv und können je nach Sorte auch unterschiedlich bitter sein. Eine super Alternative zu ganzen Kakaobohnen sind Kakaonibs. Das sind einfach zerkleinerte Kakaobohnen. Sie werden aus Kakaobohnen hergestellt, die bei Rohkost-Temperaturen schonend getrocknet und anschließend geschält und in kleine Stücke gebrochen werden. Mit den kleinen Kakaostückchen können Sie die verschiedenste Gerichte mit dem schokoladigen Aroma verfeinern. Beigemischt im basischen Müsli oder aufs Dessert, liefern Ihnen Kakaonibs so reichlich Energie. Kakaopulver dürfte nichts neues für Sie sein?! Kennen Sie bestimmt schon vom Backen her. Es wird aus geschälten und kalt gepressten Kakaobohnen gewonnen und hergestellt. Seit neuesten wird auch gerne Kakaobutter werwendet. Die Kakaobutter entsteht durch die Kaltpressung der rohen Kakaobohne. Mit der Kaltpressung wird das Kakaopulver von dem Kakaofett getrennt. Das Kakaofett ist einfach die sogenannte Kakaobutter und enthält reichlich gesunde Fette und Öle. Für alle die dann doch als mal ein ganz großes Verlangen nach Schokolade bekommen, gibt es inzwischen ein großes Sortiment an roher Schokolade. Die Schokolade enthält dann ausschließlich rohen Kakao und ist ohne Industriezucker hergestellt. Beim Kauf sollten Sie allerdings darauf achten, dass das Kakaoprodukt wirklich als solches mit der Aufschrift „Rohkostqualität“ oder „raw“ gekennzeichnet ist.

Tipp: In Maßen genießen! Auch wenn roher Kakao sehr gesund ist, sollten Sie trotzdem von dem gesunden Superfood nur ganz kleine Mengen ab und zu verzehren. Denn auch hier kann die positive gesundheitliche Wirkung ins genaue Gegenteil umschlagen, wenn Sie zu viel davon konsumieren. Die braune Bohne beinhaltet nämlich auch anregende Stoffe, wie Koffein, das Einfluss auf das Gehirn- und Nervensystem hat.

Nach der ganzen Schreiberei hatten die Schoko-Götter ein wenig Mitleid mit mir und es ereilte mich glücklicherweise ein

Süßer Gruß aus Madagaskar

Süßer Gruß aus Madagaskar

Zutaten für 2 Personen:

  • 2 sehr reife Bananen
  • Saft von 1 Bio-Orange
  • 1 TL geriebene Orangenschale
  • 1 TL Kokosöl
  • 2 TL Agavendicksaft
  • 1 TL Kokosflocken (auch lecker: Kokosstreifen)
  • 2 TL Kakaonibs

Zubereitung:

Orangensaft mit der Orangenschale kurz erwärmen und dazu 1 TL Agavendicksaft geben. Bio-Orange schälen und filetieren, die Orangenfilets kurz mit im Saft erwärmen.

Die Bananen schälen und der Länge nach halbieren. Kokosöl in eine Pfanne geben und die Bananenhälften darin kurz anbraten, wenden und den Agavendicksaft darüber träufeln. Die Bananenhälten auf einem Teller anrichten, die heiße Orangenvinaigrette darüber geben, Kakaonibs und  Kokosflocken darüber streuen und genießen.

Süßer Gruß aus Madagaskar

Wenn Sie möchten, dann kommt der süße Gruß auch gerne zu Ihnen!

Fotos: Melanie Draganis

7 Beiträge zu “Natürlich gesund mit rohem Kakao”

  1. Julia Oppel sagt:

    Hallo Frau Wacker,

    ich freue mich über diese neue Erkenntnis. Zum besseren Verständnis hätte ich gerne gewusst, wie kommt es dazu? Bisher galt Roh-Kakao ja immer als guter Säurebilder. Welche Grundlage hatte diese Annahme und was begründet die neue? Könnten Sie mir das bitte kurz sagen? Ich lebe seit zwei Jahren basenüberschüssig, mit regelmäßigen Basenfasten-Kuren.

    Herzlichen Dank und Grüße aus Linz
    Julia Oppel

  2. und wo kriegt man den Rohkakao her speziell die Nips?

  3. Andrea sagt:

    Liebe Frau Wacker,
    woher stammen die Erkenntnisse, das roher Kakao plötzlich basisch ist oder Kokosmilch zum Säurebildner wird. Wie wird das untersucht und warum ändert sich das ständig.
    Können Sie weitere Lebensmittel benennen wo sich das geändert hat. Gibt’s eine derzeit aktualisierte Liste?
    Danke für Ihre Rückmeldung.

    Gruß Andrea

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