Sind Gemüsechips aus der Tüte basisch?

Am 12. Juli 2017 von

Auf die Tüte fertig los! Gemüsechips sind zurzeit der Renner in den Supermarktregalen. Anders als herkömmliche Kartoffelchips sollen die aus Gemüse gefertigten Chipsscheiben die gesunde Alternative zu den bisher kalorienreichen Knabbersnacks darstellen. Meistens werden sie aus Gemüse wie Rote Bete, Pastinake oder Süsskartoffeln hergestellt und sollen keine künstlichen Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker wie beispielsweise Glutamat enthalten. In meinem Gemüsechips-Beitrag haben Sie bereits die selbstgemachte Variante kennengelernt und diese sind natürlich zu 100% basisch.

Aber was ist mit den angebotenen Produkten aus der Tüte?

Gemüsechips im Supermarkt

Sind die industriell gefertigten Alternativen aus dem Supermarktregal denn basisch?!

Der Basencheck

Ich habe mich für Sie auf die Suche gemacht und nachgefragt, wie basisch die industriell gefertigten Gemüsechips wirklich sind. Dabei habe ich erstaunliches festgestellt. Denn nicht immer konnte man auf dem ersten Blick erkennen, ob die Chips wirklich basisch sind. Viele der Gemüsechips werden zwar laut Verpackungsangabe mit gesundem Sonnenblumenöl gebacken, dadurch wird suggeriert, dass sie wie unsere selbstgemachte Variante hergestellt werden, nämlich schonend im Backofen und mit wenig Öl knusprig gebacken. Allerdings erfährt man erst bei Nachfrage, dass der Begriff „backen“ gleichgesetzt wird mit frittieren.

Ich habe mir ein paar Gemüsechipssorten von verschiedenen Herstellern herausgegriffen und sicherheitshalber nochmals nachgefragt, wie das Herstellungsverfahren aussieht. Dabei kam heraus, dass sich die Zubereitung der Gemüsechips nicht immer wesentlich unterscheidet zu der Herstellung von Kartoffelchips. Im Klartext bedeutet dies, dass die Chips zwar aus gesundem Gemüse hergestellt werden, allerdings werden sie auch oftmals einfach nur in heißem Sonnenblumenöl frittiert. Wichtig beim basenfasten ist jedoch neben dem Vitalstoffgehalt auch die schonende Zubereitung der basischen Lebensmittel. Beim Frittieren geht jedoch die basenbildende Wirkung verloren und damit auch ein großer Anteil der enthaltenen Vitalstoffe.

Ich habe ein paar Gemüsechips, die derzeit im Handel sind, etwas genauer unter die Lupe genommen. Welche Gemüsechipssorten nun meinen Basencheck bestanden haben und welche nicht, erfahren Sie hier:

Enjoy-Gemüsechips von Kühne

Gemüsechips

Die Enjoy-Gemüsechips der Firma Kühne aus Roter Bete, Pastinaken und Süsskartoffeln werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen mit Meersalz, Kräutern oder Paprika verfeinert, angeboten. Sie werden laut Verpackung ohne Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker hergestellt.

Leider zählen die Gemüsechips der Firma Kühne zu denjenigen, die in heißem Öl frittiert werden. Nach eigener Aussage erhebt Kühne auch vielmehr den Anspruch, dass der Geschmack und der Genuss im Vordergrund stehen, als die gesundheitliche Komponente und es sich bei Ihren Produkten keinesfalls um Diätprodukte handelt. Auch erhielt ich noch die Informationen, dass bei den Gemüsechips-Varianten „mit Paprika“ und „mit Kräutern“ jeweils noch eine minimale Menge an Zucker bzw. Traubenzucker beigefügt wird, um den Geschmack abzurunden. Diese Angabe findet man zwar auf der Verpackung bei der Zutatenliste, dennoch würde man nicht automatisch davon ausgehen, dass Zucker in Gemüsechips beigemischt wird und dann auch nicht unbedingt auf dessen Inhalt achten.

Fazit: Die Enjoy-Gemüsechips der Firma Kühne fallen beim Basencheck durch!

XOX Veggies Snack-knackiger Gemüsesnack und XOX Edler Veggie-Mix

Die Firma XOX, die auch Apfelchips im Programm hat, bietet zwei Varianten an Gemüsechips in ihrem Sortiment an. Der XOX Veggies Gemüsesnack ist ein Mix aus getrockneter Karotte, Sellerie und Roter Bete. Hergestellt werden die Chips mit Sonnenblumenöl und zusätzlich mit Meersalz verfeinert. Bei der Zutatenliste findet man allerdings auch die Angabe „Glucosesirup“. Glukosesirup wird vorwiegend aus Mais hergestellt und in der Lebensmittelindustrie als Zuckerersatz eingesetzt.

Die zweite Variante XOX Edler Veggie-Mix besteht aus Scheiben getrockneter Karotte, Roter Bete, Pastinake und Tomate. Dieser Snack kommt ganz ohne Zuckerzusatz und andere Zusatzstoffe aus.

Bei den Gemüsechips der Firma XOX hatte ich zuerst gedacht, dass ich hier vielleicht mit meinem Basencheck zumindest bei der edlen Veggie-Variante Erfolg haben würde. Denn beim Recherchieren fand ich nämlich die Angabe „spezielles Trocknungsverfahren“. Darunter konnte ich mir erstmal nur so viel vorstellen, dass die Chips eventuell bei niedriger Temperatur langsam getrocknet werden, deshalb fragte ich auch hier nochmals nach weiteren Informationen zum Herstellungsverfahren.

Als Antwort erhielt ich die Erklärung, dass die Methode des Vakuumfrittierens eingesetzt wird. Darunter versteht man einen Frittierprozess, der unter einem stark reduzierten Luftdruck stattfindet. In dem Vakuum wird der Siedepunkt des Öles heruntergesetzt und der Prozess kann bei niedrigeren Temperaturen, stattfinden. Für gewöhnlich liegt die Temperatur beim normalen Frittieren bei ca.  ca. 125°C. Durch das Frittieren bei niedrigeren Temperaturen entsteht weniger Acrylamid, als bei einem normalen Frittierprozess. Acrylamid ist eine Substanz, die bei Erhitzungsprozessen ab 120°C entsteht und im Verdacht steht, gesundheitsschädlich zu sein.

Fazit: Demnach werden die Gemüsechips der Firma XOX zwar schonender als sonst hergestellt, dennoch werden die Gemüsescheiben auch hier frittiert und zusätzlich mit dem Zuckerersatzstoff Glukosesirup gewürzt. Für uns also keine basische Alternative!

John & John Gemüsechips No° 6 – Mixed Roots

Die Gemüsechips von der Firma John&John bieten eine Mischung aus knackigen Karotten, goldgelben Pastinaken und Roter Bete, verfeinert mit einer Prise Meersalz. Sie werden laut Hersteller nach traditioneller „John & John“ Art zubereitetet. Dazu werden die verschiedenen Gemüsesorten in zarte Streifen geschnitten und in reinem Sonnenblumenöl schonend ausgebacken.

Auch hier erhielt ich auf Anfrage die Antwort, dass die Firma John&John das Herstellungsverfahren des Vakuumfrittierens nutzt. Bei diesem Verfahren erzeugt die Firma Ihre knusprigen Chips bei geringen Temperaturen von 120 °C . Üblicherweise werden für die gewöhnlichen Kartoffelchips Temperaturen zwischen 140 und 180 °C verwendet. Dadurch sollen die Chips auch einen geringeren Fettgehalt aufweisen, als bei der Produktion unter normalem atmosphärischem Druck. Des Weiteren sind die Gemüsechips frei von Zusatzstoffen und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen, um diese Bezeichnung verwenden zu dürfen.

Fazit: Die von John&John angebotenen Gemüsechips werden zwar schonend hergestellt und entsprechen von seinen Inhaltsstoffen den gesetzlichen Vorgaben, dennoch werden auch sie frittiert. Somit sind sie leider bei unserem Basencheck durchgefallen!

Tegut Gemüse-Kesselchips

Gemüsechips

Die Gemüsechips der Hausmarke Tegut werden als Mix mit Pastinake-, Rote-Bete-, Karotten- und Süßkartoffeln angeboten. Bereits im Internet erhält man den Hinweis, dass jede Sorte davon einzeln verarbeitet und mittels modernster Kesseltechnologie in reinem Sonnenblumenöl frittiert wird.

Fazit: Die Gemüse-Kesselchips der Firma Tegut werden wie Kartoffelchips in heißem Öl frittiert. Somit sind die Chips nicht basisch!

Gemüsechips von Bio-Zentrale

Die Gemüsechips der Bio-Zentrale gibt es in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen: Pastinake, Rote Beete, Karotte, Süßkartoffel. Auch hier werden die Gemüsescheiben bei hohen Temperaturen mit Sonnenblumenöl frittiert.

Fazit: Die Gemüsescheiben der Bio-Zentrale werden in heißem Öl frittiert und verlieren dadurch einige ihrer gesunden Inhaltsstoffe. Somit sind die Chips nicht basisch!

Lifefood Bio Gemüsechips

Gemüsechips

Gemüsechips

Als ich meine Suche schon fast einstellen wollte, bin ich im Internet über die Gemüsechips der Firma Lifefood gestolpert. Die Firma Lifefood bietet verschiedene Sorten an Gemüsechips an, die sogar aus Bio-Zutaten sind und handgemacht werden. Die Sortenvielfalt erstreckt sich von Zwiebeln, Topinambur und Grünkohl & Wirsing, die teilweise mit exotischen Gewürzen verfeinert sind. Der Hersteller versichert bereits auf der Verpackung, dass die Gemüsechips Rohkostqualität haben, d.h. die Zutaten werden schonend bei Temperaturen unter 42°C getrocknet. Auf meine Anfrage hin wurde dies auch nochmals bestätigt, dass wirklich nur geringe Temperaturen eingesetzt und keinerlei Zusätze verwendet werden. Die Gewürze, die bei den Sorten Zwiebeln und Grünkohl & Wirsing verwendet werden, sind ebenfalls allesamt basisch. Somit sind eigentlich alle Voraussetzungen erfüllt, damit die Gemüsechips unseren Basencheck bestehen. Jetzt darf natürlich die Geschmacksprobe nicht fehlen. Die Firma Lifefood hat mir freundlicherweise ein Probierset zukommen lassen, denn auf die Geschmacksrichtungen Zwiebel, Topinambur und Grünkohl & Wirsing war ich dann doch sehr gespannt.

Gemüsechips

Die Tompinambur-Chips gibt es ungewürzt, dafür schmeckt man allerdings intensiv den natürlichen Geschmack der Knolle heraus. Die Zwiebel-Chips sind herzhaft mariniert mit einer Marinade aus Paranüssen, Rosinen und sonnengetrockneten Tomaten sowie Meersalz und Mandeln. Dadurch haben sie in leicht rauchiges Barbecue-Aroma. Die Grünkohl & Himalaya Chips haben mich dann doch positiv überrascht. Zwar wird hier nur Zitronensaft, kaltgepresstes Sonnenblumenöl und Himalayasalz dazu gegeben, doch die leicht säuerliche Note sorgt für angenehmen Knabbergenuss.

Fazit: Die Gemüsechips der Firma Lifefood haben den Basencheck bestanden und sind aufgrund der schonenden Zubereitung und der Verwendung von hochwertigen Zutaten aus ökologischen Landwirtschaft definitiv basisch und eignen sich für alle, die mal keine Zeit haben, um ihre gesunden Chips selbst herzustellen, aber dennoch nicht auf Ihren Knabberspass verzichten wollen.

Testergebnisse

Zwar sind die meisten Gemüsechips beim Basencheck durchgefallen und nicht zum Verzehr während einer basenfasten Kur geeignet, aber dennoch bereichern sie einen abwechslungsreichen Speiseplan bei einer basenreichen Ernährung. Generell sollten Sie Gemüsechips aber lieber nur gelegentlich verzehren. Denn obwohl sie aus gesundem Gemüse sind, sind sie fast so kalorienreich wie Kartoffelchips. Bei häufigem Verzehr können sie sich also durchaus auch auf Ihren Hüften bemerkbar machen. Allerdings würde ich stark behaupten, dass sich, anders wie bei Kartoffelchips, der Suchtfaktor hier in Grenzen hält.

Fotos: Melanie Draganis