In 4 Schritten zu einem gesunden Säure-Basen-Haushalt

Am 11. Mai 2020 von

Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht

Keine Frage – Ein gesunder Mensch muss sich nicht von morgens bis abends mit seinem Säure-Basen-Haushalt beschäftigen. Denn wie alle Regulationssystem im menschlichen Organismus, bekommt der Körper das im Normalfall alleine hin. Doch eine einseitige Ernährungsweise, Stress und Bewegungsmangel können unsere Regulationsmechanismen schon mal an ihre Grenzen bringen, vor allem dann, wenn diese Lebensweise über Jahrzehnte besteht.

Aber auch besondere Lebensumstände, wie wir sie seit einigen Monaten gerade erleben, werfen viele von uns körperlich und seelisch aus der Bahn. Angst um den Arbeitsplatz, um die eigene Firma, um die Zukunft, um die Angehörigen – das sind alles enorme Stressfaktoren. Da werden die eigenen Bedürfnisse schnell mal vernachlässigt und man stopft sich irgendwas zum Sattwerden rein, gönnt sich zu wenig Abschaltpausen und bewegt sich zu wenig, weil das Fitnessstudio zu hat oder der Park zu voll ist. Höchste Zeit, sich wieder in Balance zu bringen.

Was ist denn der Säure-Basen-Haushalt?

Nichts wird so sehr missverstanden, wie der Zusammenhang von Säure-Basen-Haushalt und Lebensweise. Medizinisch gesehen handelt es sich beim Säure-Basen-Haushalt um eines der wichtigsten Regulationssysteme unseres Organismus. Ein komplexes System von Regelmechanismen und so genannten Puffersystemen sorgt dafür, dass das Verhältnis der Säuren und Basen im Organismus in einem für unseren Körper gesunden Gleichgewicht gehalten wird. Säuren und Basen entstehen im Stoffwechsel als Zwischen- oder Endprodukte der Stoffwechselarbeit. Sie werden zu einem großen Teil über die tägliche Nahrung zugeführt. Sie entstehen aber auch durch stoffwechselinterne Umbauarbeiten nach großer körperlicher Anstrengung, durch Bewegungsmangel und durch Stress.

Die wichtigste Aufgabe des Säure-Basen-Haushalts ist es, für ein stabiles Milieu im Körper zu sorgen, so dass die lebenswichtigen Stoffwechselvorgänge ungestört ablaufen können. Dem Blut kommt dabei eine zentrale Aufgabe zu, weshalb der pH-Wert am stärksten geschützt wird. Zahlreiche Puffersysteme halten ihn auch dann noch aufrecht, wenn der übrige Körper bereits am Kämpfen ist. Wer also den pH-Wert des Blutes misst, erfährt nur bei genauem Hinschauen, dass der Körper bereits an seine Grenzen kommt. Man spricht dann davon, dass die Pufferkapazitäten sich erschöpfen.

Auch die Niere spielen eine wichtige Rolle für den Säure-Basen-Haushalt. Die Professoren Remer und Manz hab en in den frühen 90iger Jahren festgestellt, dass eine zu hohe Säurelast in der Nahrung die Nieren über Gebühr belastet. Daher haben sie 1995 die PRAL-Formel veröffentlicht, bei der die zu erwartende Säurebelastung der Nieren durch die Nahrung recht gut ermittelt werden kann. Mehr Hintergründe zum Thema finder ihr in meinem Buch 300 Fragen zur Säure-Basen-Balance.

Übrigens: Alle Organe, Organumgebungen und Körperflüssigkeiten benötigen ein für sie ideales saures oder alkalisches Milieu, um optimal arbeiten zu können. Wir spüren dies oft an kleinen Zeichen wie ständiges Aufstoßen, Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Entzündungen, vermehrte Kopfschmerzen, unreine oder gereizte Haut und an viele anderen Wehwehchen, die so allmählich dazu kommen, auch Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Dies sind Zeichen, dass der Körper mit seiner Balance kämpft. Helfen wir ihm doch.

Wer an sich feststellt, dass er aus der Balance gerät, kann einiges dafür tun, gesund zu bleiben.

Schritt 1: Mehr Basisches als Saures in der Ernährung

Das Prinzip einer Ernährung, um den Säure-Basenhaushalt nicht zu stressen, ist ganz einfach: Man reduziert die Lebensmittel, die eine Säurebelastung für die Nieren und damit auch für den Organismus so sehr, dass der Anteil an säurebelastenden Lebensmitteln noch ca. 20 bis 30 Prozent beträgt. Das verbirgt sich hinter der „80/20-Regel“, die der schwedische Chemiker Ragnar Berg um 1910 ins Leben gerufen hat.

Das heißt: 4 bis 5 mal so viel Obst, Gemüse, Salate, Kräuter, Keimlinge,  und Kartoffeln essen als Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Getreide. Und es heißt auch: die „sauren“ Getränke wie Alkohol, Kaffee, Schwarzteegetränke und Limonaden zu reduzieren.

Wichtig dabei: Keine Mahlzeit mehr ohne Obst, Salat oder Gemüse.

Und so kann ein basenreicher Tag aussehen:

Frühstück 100% basisch: ein basisches Müsli der Saison (hier findet ihr unsere 5 besten basischen Müsli-Rezepte)

Mittagessen 100% basisch: Ein bunter Salat mit Gemüse

Blattsalat mit Karottengemüse und Mandelblättchen

Blattsalat mit Karottengemüse und Mandelblättchen

Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Portionen 2 Portionen

Zutaten

  • 100 g Blattsalatmix
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 2 EL Mandelblättchen
  • etwas Alfalfasprossen
  • ein paar Stiefmütterchenblüten essbar
  • 1 Prise Kräutersalz
  • 1 Prise Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Orange
  • 2 EL Olivenöl zum Braten

Anleitungen

  • Den Salat putzen, waschen und gegebenenfalls in mundgerechte Stücke schneiden.
  • Für das Dressing die Orange auspressen. Den Saft mit den 2 EL Olivenöl und dem Salz und Pfeffer mischen.
  • Die Karotten schälen und leicht schräg in Scheiben schneiden. Je nach Größe eventuell die Karotte längs halbieren sollte die Karotte zu dick sein.
  • Die rote Zwiebel schälen, halbieren und in Streifen schneiden.
  • In einer Pfanne das restliche Olivenöl erwärmen. Die Karottenscheiben mit der roten Zwiebel anbraten. Wenn die Scheiben zu dick sein sollten, dann noch etwas Gemüsebrühe aufgießen und die Karotten bissfest garen. Mit dem Kräutersalz und dem Pfeffer abschmecken.
  • Den Salat mit dem Dressing vermischen. Auf zwei Tellern anrichten, mit den Blüten und der Sprossen ausgarnieren und zum Schluss noch die Mandelblättchen darüber streuen. Um den Salat das Karottengemüse verteilen.
  • Guten Appetit.

Abendessen mit Säurebildner: Beispielsweise ein Seelachsfilet auf Karotten-Mangold-Gemüse.

Keine Sorge: Wenn hier mittags noch ein Espresso dazu kommt, ist der Tag immer noch sehr basenreich.

Der optimalste Einstieg ins basischere Leben ist: 1 Woche mal alle Säurebildner verbannen, also eine Woche reines basenfasten. Zum einen werden die Geschmacksnerven damit sensibilisiert und man spürt wieder mehr, wie lecker ein pures Gemüsegericht ist. Zum anderen freut man sich danach wieder um so mehr, dass man wieder auch Säurebildner dazu essen kann. Je öfter man eine basenfasten Woche einbaut – die meisten Menschen empfinden 1 bis 2 mal im Jahr als ideal, umso leichter fällt einem der dauerhafte Umstieg in das basischere Leben.

Abgesehen von der geringeren Säurelast liefern basische Lebensmittel, vor allem Kräuter, Keimlinge und Blüten jede Menge Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Schritt 2: Stress aktiv abbauen

Zu viel Säurelast aus der Nahrung erhöht die Stresshormone Cortisol und Cortison im Blut. Zu dieser Erkenntnis kam Prof. Thomas Remer im Rahmen der DONALD-Studie. Untersucht wurden 200 Kinder zwischen 6 und 9 Jahren, die eiweißreiche (säurenreiche), mineralstoffarme Kost zu sich genommen haben. Der Glucocorticoidstoffwechsel beeinflusst den gesamten Stoffwechsel, insbesondere das Skelettsystem.

Länger bestehender Stress wirkt sich laut Professor Remer auch auf Knochenstabilität und Blutdruck aus. (Quelle: Esche J et al (2016). Higher diet-dependent renal acid load associates with higher glucocorticoid secretion and potentially bioactive free glucocorticoids in healthy children.  Kidney Int. 2016 May 7, doi: 10.1016/j.kint.2016.02.033.)

Vermeiden lässt sich Stress in den seltensten Fällen. Aber wir können aktiv dagegen vorgehen.

Neue Glaubenssätze finden

Abgesehen von Stressoren, die von außen kommen, sind es auch hier wieder die Glaubenssätze, die in uns Stress erzeugen. Es gibt ein schönes Beispiel meines Meditationslehrers dazu:

„Wenn Du durch deine Wohnung läufst und siehst eine Spinne an der Wand und Du hast Angst oder ekelst Doch vor Spinnen, dann fahren Deine Stresshormone hoch. Wenn Du die gleiche Spinne siehst und denkst: Ach der armen ist es draußen zu kalt, dann bleibst du entspannt. Die Spinne ist also nicht der Stressor, es ist Deine Haltung zur Spinne.“

Ich habe gut reden, ich habe keine Angst vor Spinnen, aber dieses Beispiel zeigt deutlich, wie sehr wir selbst den Stress bestimmen. Also: Wo sind Eure Glaubenssätze, die Stress erzeugen? Setzt Euch in Ruhe hin und schreibt auf, was Euch dazu spontan einfällt. Beispielsweise: „Hilfe, morgen ist Montag, da wird es im Büro stressig“. Der neue Glaubenssatz kann sein: „Morgen ist Montag, da beginnt die neue Woche.“ Also: Offen bleiben für alles, was kommt.

Oder: „Mist, jetzt regnet es, ich hatte aber vor, draußen zu sein.“ Der neue Glaubenssatz frei nach Karl Valentin könnte heißen: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ So simpel das klingt, nichts ist stressabbauender als eine entspannte Haltung zu den vielen Ereignissen im Leben.

Yoga und Meditation

Yoga: der Baum

Yoga und Meditation entspannen uns und bringen uns weg von sorgenvollem und stressreichem Denken. Lest weiter dazu in diesem Blog-Artikel.

Schritt 3: Bewegung baut Säureüberschuss ab

Bewegung ist in vielerlei Hinsicht gut für körperliche und seelische Gesundheit. Professor Remer hat nicht nur herausgefunden, dass Bewegung hilft, Stress abzubauen. Er hat auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen Säurebelastung der Nieren und Bewegung gefunden. Somit ist Bewegung ein ganz entscheidender Faktor für ein optimales Funktionieren des Säure-Basen-Haushaltes.

In Hinblick auf die Produktion von Stresshormonen unterscheidet Professor Remer zwischen regelmäßiger Bewegung und zwischen Leistungssport, der mehr Stresshormone freisetzt. Also ran ans Laufen, joggen, wandern, tanzen, schwimmen, Rad fahren. Macht glücklich und unterstützt den Säure-Basen-Haushalt.

Schritt 4: Körperpflege in Säure-Basen-Balance

Die Haut hat nicht nur wichtige Schutzfunktionen, sie ist auch ein wichtiges Ausscheidungsorgan. Und die können wir nutzen, damit alles, was den Säure-Basen-Haushalt belastet, schneller und besser ausgeschieden werden kann.

Basenbäder

Mit 2 bis 3 Basenbädern in der Woche kann schon viel erreicht werden. Nicht nur während der basenfasten Zeit, sondern gerade auch im Alltag ist das Basenbad eine ideale Möglichkeit einen stressigen Tag entspannt ausklingen zu lassen. Beim WACKER BALANCE Basenbad ist die Dosierung besonders leicht gemacht:

  • 6 Esslöffel pro Vollbad (ca. 150 g)
  • 1 – 2 Esslöffel pro Fußbad (ca. 30 g)

Basisches Körperpeeling

Ein basisches Körperpeeling hat gleich einen doppelten Effekt: Mit seinen Peelkörpern aus Lavaerde in dichter Konzentration befreit die Haut sanft aber intensiv von Verhornungen und unterstützt mit seinem pH-Wert von 7.5 bis 8 die Ausscheidungsprozesse der Haut. Durch das Einreiben und das damit erfolgende Abtragen der alten Hautschuppen wird die Haut zur besseren Durchblutung angeregt. Die Ausscheidung über die Haut, aber auch die Aufnahme von Pflegesubstanzen wird damit verbessert. Die Haut ist danach gut durchblutet und perfekt auf die Pflege vorbereitet. Wir empfehlen es, einmal die Woche anzuwenden.

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Als Hautpflege für den Tag empfehlen wir eine Lotion mit einem leicht sauren pH-Wert, wie es die WACKER BALANCE Körperlotion ist. Denn der Hautrhythmus und die unterschiedlichen pH-Werte der Haut zeigen, dass es ideal ist, zur Reinigung in den basischen Bereich zu gehen und für den Hautschutz tagsüber in den leicht sauren Bereich. In diesem Beitrag findet ihr mehr Infos über natürliche Kosmetik in Säure-Basen-Balance.

Die Kombination aus basenreicher Ernährung, Stress mindern, Bewegung und der basischen Hautreinigung ist das Beste, was ihr Eurem Säure-Basen-Haushalt geben könnt – ohne jedes Nahrungsergänzungsmittel.

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