Diese Säurebildner sollten Sie in Ihrer Ernährung reduzieren, um gesünder zu leben.

Am 4. September 2017 von

Vor einiger Zeit habe ich Ihnen die Top Ten der gesündesten Basenbildner vorgestellt. Heute geht es um die Säurebildner, also die Nahrungsmittel, die während einer basenfasten Kur nicht erlaubt sind, weil sie Säuren im Körper bilden. Darunter fallen wahrscheinlich auch einige Nahrungsmittel, von denen Sie bisher dachten, dass Sie einen gesunden Ruf haben, die aber dennoch nicht geeignet sind für eine basenfasten Kur.

Im folgenden erfahren Sie, welche Nahrungsmittel zu den Säurebildnern zählen und was es noch mit ihnen auf sich hat.

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Zuerst einmal zählen die Nahrungsmittel zu den Säurebildnern, die viel Eiweiß, vor allem tierisches, enthalten. Tierische Eiweiße besitzen immer einen sehr hohen Anteil an Purinen und sind entscheidend an einer Übersäuerung des Körpers beteiligt. Die meisten Nahrungsmittel, die also einen hohen Purinanateil aufweisen, sind somit zugleich Säurebildner. Purine sind deshalb so ungesund, da bei ihrem Abbau im Körper Harnsäure entsteht. Wenn diese nicht ausreichend ausgeschieden wird, steigt der Harnsäurespiegel im Blut an und kann sich als langfristige Folge in den Gelenken ablagern und zu Gicht führen.

Es ist aber nicht ganz egal, welche Säurebildner Sie zu sich nehmen. Einige der Säurebildner sind nämlich gesünder als andere. Denn neben der Eigenschaft, Säuren und Basen zu bilden, spielen auch die Nährstoffe der Nahrungsmittel eine wichtige Rolle. Ich unterscheide deshalb nochmals zwischen guten und schlechten Säurebildnern.

Gute Säurebildner

Gute Säurebildner sind diejenigen Nahrungsmittel, die nur schwache Säurebildner sind, dafür aber dem Körper jede Menge wertvoller Vitalstoffe liefern und wenig belastende Zusatzstoffe für den Stoffwechsel enthalten. Sie haben trotz ihrer Säurewirkung einen hohen gesundheitlichen Wert und sollten Bestandteil einer gesunden und basenreichen Ernährung sein. Denn während Sie bei der basenfasten Kur ausschließlich 100% Basenbildner zu sich nehmen sollten, empfehle ich Ihnen Ihren  Speiseplan nach der Kur basenreicher nach der 80/20-Regel zu gestalten. Das heißt, Sie nehmen 80% Basenbildner zu sich, also Obst und Gemüse sowie Nüsse, Keimlinge und Kräuter. Die restlichen 20% dürfen dann (gute) Säurebildner sein und am besten -wenn es schon Säurebildner sein müssen – dann diejenigen, die Ihnen trotzdem noch wertvolle Vitalstoffe liefern können.

Vollkornbrot

Hier sehen Sie alle guten Säurebildner auf einen Blick:

  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Mungobohnen, Adzukibohnen, Sojabohnen, Kichererbsen
  • Nüsse (einige Sorten sind basenbildend – siehe basische Lebensmittel)
  • Sojaprodukte
  • Artischocken, Spargel, Rosenkohl
  • Grüner und weißer Tee

Schlechte Säurebildner

Die schlechten Säurebildner, die Ihren Stoffwechsel mehr belasten, als dass sie ihm nützen, enthalten neben der Säurewirkung auf unseren Körper meist noch andere schädliche Stoffe für unsere Gesundheit.

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Um welche schlechten Säurebildner es sich dabei handelt, erfahren Sie hier:

  • Softdrinks, Cola: Sie enthalten nicht nur reichlich Zucker oder künstliche Süßstoffe, meist sind sie auch angereichert mit künstlichen Aromen und aufputschendem Koffein. Außerdem sind gerade in Colagetränken relativ große Mengen an Phosphorsäure enthalten. Diese Säure schadet bei regelmäßigem oder dauerhaftem Genuss dem Zahnschmelz. Als „Calciumräuber“ kann es bei Kindern oder Jugendlichen zu dauerhaften Schäden führen, da es für den Abbau von Calcium in den Knochen verantwortlich gemacht wird.
  • Alkoholische Produkte: Alkohol kann zwar im Körper abgebaut werden und bewirkt in kleinen Mengen noch keine Übersäuerung. Aber Alkohol wird zu Acetaldehyd und diese Säure führt sehr wohl zur Übersäuerung. Abgesehen davon, dass Acetaldehyd die Leberzellen schädigt und mitverantwortlich gemacht wird für die Entstehung von Darmkrebs. Ebenso hemmt Alkohol die Harnsäureausscheidung und sorgt somit für erhöhte Harnsäurewerte.
  • Fisch und Meeresfrüchte

Fisch

  • Fleisch, Wurst und Schinken: Für die Säurewirkung von Fleisch und Fisch ist der Eiweißgehalt auschlaggebend. Auch der Puringehalt der meisten Fleisch- und Wurstsorten ist ähnlich hoch. Gepökelte Fleischwaren wie Salami oder Schinken enthalten zudem Nitritpökelsalz. Es wird zur Konservierung sowie zur Aromatisierung verwendet, aber auch um dem Fleisch eine rötlichere Farbe zu verleihen. Nimmt der Körper Nitrit auf, wandelt er es zu Nitrosaminen um, die krebserregend sind. Da hohe Temperaturen die Bildung von Nitrosaminen noch zusätzlich begünstigen, sollten Sie gepökelte Wurst- und Fleischwaren weder erhitzen noch braten.

Steak mit Salat

  • Innereien
  • Milchprodukte: Gerade Milch enthält viel tierisches Eiweiß. Wenn zu viel Eiweiß aufgenommen wird, wird wiederum mehr Kalzium im Urin ausgeschieden. Durch hohen Kalziumverlust steigt die Osteoporosegefahr.

Käse

  • Getreide: Insbesondere Weizen eignet sich aufgrund seines hohen Kleberanteils (Gluten) bestens zum Backen. Wegen der großen Nachfrage wird das Saatgut zum Schutz vor Schädlingen immer weitergezüchtet. Dabei hat sich im Laufe der Jahre der Glutengehalt erhöht, was immer mehr Menschen mit einer Gutenunverträglichkeit zu spüren bekommen. Gluten haben jedoch spürbare Auswirkungen auf unsere Gesundheit, besonders auf den Darm.

Brezel und Brötchen

  • Weißmehlprodukte

Nudeln

  • Teigwaren aus Weimehl
  • Kaffee: Kaffee enthält neben einem hohen Puringehalt, auch Chlorogensäure, die nicht abgeatmet werden kann und eine stark reizende Wirkung auf die Schleimhäute hat.
  • Teigwaren
  • Süßigkeiten: Besonders Zucker – und das nicht zu knapp – findet sich in Süßigkeiten. Der Zucker verursacht nicht nur Karies, sondern führt bei großen und häufigen Mengen zu einer chronischen Übersäuerung, wie zahlreiche Beobachtungen der Erfahrungsmedizin gezeigt haben.

Süßigkeiten

  • Fertigprodukte: Enthalten meist eine Fülle an Lebensmittelzusätzen, zum einen um sie haltbarer zu machen und zum anderen um ihnen mehr Geschmack zu verleihen. Vitamine bleiben bei der Konservierung weitestgehend auf der Strecke.
  • Weißer Reis, polierter Reis: Der Reis wird bei der Herstellung soweit verarbeitet, dass er dabei eine Menge seiner gesunden Nährstoffe verliert. Er liefert hauptsächlich Energie spendende Kohlenhydrate.
  • Cornflakes mit Zusätzen wie Zucker
  • Haferflocken als Schmelzflocken
  • Schwarzer Tee: Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe, die die Eisenaufnahme im Organismus beeinträchtigen können. Dies kann bei häufigen Verzehr zu Eisen-Defiziten im Körper führen.

Keine Panik

Sie müssen nicht gleich alle Nahrungsmittel aus dieser Liste verdammen, um sich gesund zu ernähren. Lediglich mengenmäßig sollten Sie sich einschränken. Selbst ein geringer Anteil von schlechten Säurebildnern ist nicht tragisch, solange diese nicht zu oft auf Ihrem Speiseplan stehen. Schließlich kommt es immer darauf an, wie viel man von etwas isst und wie häufig, damit es für den Körper ungesund wird. Die Auswirkungen auf den Stoffwechsel bei übermäßigem Fleisch- und Fischverzehr sind nur um einiges gravierender als bei übermäßigen Verzehr der guten Säurebildner wie Vollkorngetreide oder Sojaprodukte.

Wenn Sie in Zukunft darauf achten, den Anteil tierischer Eiweiße und anderer schlechter Säurebildner zu reduzieren und dafür mehr Obst und Gemüse essen, wird das erfahrungsgemäß Ihrer Gesundheit zugute kommen.

Fotos: Melanie Draganis